Zauberwürfel
Sechs Seiten, neun Felder, 43 Trillionen Möglichkeiten – und am Ende doch wieder die Aufkleber umgeklebt.
Von Yo-Yo bis Labubu: Hypes, Challenges, Spielzeug und Food-Trends, bei denen plötzlich alle mitgemacht haben. Und warum eigentlich?
Sechs Seiten, neun Felder, 43 Trillionen Möglichkeiten – und am Ende doch wieder die Aufkleber umgeklebt.
Schoko außen, gelbe Kapsel innen – und die bange Frage, ob diesmal endlich das fehlende Nilpferd drin ist.
Bunte Pappscheiben, ein schwerer Slammer und eine Pause, in der es um alles ging.
Zehn Zentimeter Sohle, null Zentimeter Zweifel – die Plateau-Treter der 90er.
Ein Ei mit Pixel-Bildschirm, das gefüttert werden wollte – auch mitten in der Mathestunde.
Eine Schnur, zwei Scheiben und der ewige Versuch, endlich den „Schlafenden Hund“ hinzukriegen.
Riesenfüße, Springmaus-Ohren und ein Briefblock, den du niemals beschreiben wolltest.
Ein Fellknäuel mit Klimperaugen, das redete, schnarchte und nachts plötzlich wach wurde.
Ein Tattoo, das beim Bücken grüßte und einen der berühmtesten Spitznamen Deutschlands bekam.
Reißleine ziehen, Kreisel in die Arena – und hoffen, dass deiner als letzter steht.
Vorne Schaumstoff, hinten Netz, oben schief – die Kappe, die aus Lkw-Fahrern Popstars machte.
Tüte auf, Daumen drüber, „hab ich, hab ich, brauch ich!“ – alle zwei Jahre wieder.
Schwarzer Pony über einem Auge, Nietengürtel, Röhrenjeans – und ganz, ganz viele Gefühle.
Kicken, springen, wieder kicken – im Takt der harten Bässe, bis die Turnschuhe glühen.
Wild wirbelnde Arme, Neon-Shirts und eine Frisur, die irgendwo zwischen Vokuhila und Irokese hing.
Steif wie ein Brett auf Briefkästen, Kühlschränken und Kirchenbänken liegen – und dann ab ins Internet damit.
Füße, die über den Boden gleiten, als wäre er eingeseift – zu Bässen, bei denen die Nachbarn klopfen.
Orange im Glas, Eiswürfel klirren, Orangenscheibe dran – und ganz Deutschland fühlt sich wie im Italienurlaub.
Tee mit bunten Kugeln, ein dicker Strohhalm und ein Hype, der fast so schnell platzte wie die Perlen.
Der Pferdetanz, der YouTube sprengte und jede Schulparty 2012 übernahm.
Einer tanzt allein, dann kommt der Bass – und plötzlich eskaliert das ganze Büro in Verkleidung.
Ein Eimer Eiswasser über den Kopf, drei Namen nominiert und ein ganzer Sommer im Schockfrost.
Winzige Gummibänder, ein Plastik-Webrahmen und ein Sommer, in dem jedes Kinderhandgelenk bunt war.
Eine ausziehbare Stange, ein Handy am Ende – und plötzlich passte die ganze Gruppe aufs Foto.
Zwei Räder, null Lenker, ein Name aus dem Kino – und ganz schön viele blaue Flecken.
Grünes Mus auf geröstetem Brot – und angeblich der Grund, warum eine ganze Generation kein Haus kaufen kann.
Eine halb volle Plastikflasche, ein Wurf, ein dumpfes „Plopp“ – und die ganze Klasse rastet aus.
Kopf in die Armbeuge, anderer Arm schräg nach oben – fertig war die Jubelpose einer ganzen Generation.
Alle erstarren, einer filmt, im Hintergrund läuft „Black Beatles“ – der Herbst 2016 stand still.
Der Sommer, in dem ganz Deutschland plötzlich freiwillig spazieren ging – mit dem Handy vor der Nase.
Ein Kugellager, drei Arme und eine ganze Schulklasse im Bann.
Bastelkleber, Rasierschaum, Glitzer – und eine Küche, die nie wieder ganz sauber wurde.
Reis, roher Fisch, Avocado, Edamame – alles hübsch nebeneinander in einer Schüssel, die aussieht wie eine Farbpalette.
Lockdown, Langeweile, Schneebesen – und plötzlich schlug ganz Deutschland Instantkaffee schaumig.
Nur Stimmen, nur mit Einladung, nur fürs iPhone – und für ein paar Wochen das Exklusivste, was das Internet zu bieten hatte.
Eine Push-Nachricht, zwei Minuten Zeit, zwei Kameras gleichzeitig – und plötzlich sah man, wie langweilig alle wirklich wohnen.
Fünf Buchstaben, sechs Versuche, ein Rätsel pro Tag – und Timelines voller grüner und gelber Kästchen.
Pistaziencreme, knusprige Teigfäden, dicke Schokohülle – und Schlangen vor Läden wie früher nur beim neuen Smartphone.
Ein riesiger Trinkbecher mit Henkel und Strohhalm wurde zum Statussymbol – inklusive Campingnächten vor dem Supermarkt.
Spitze Ohren, neun Zähne, fieses Grinsen – und plötzlich hing das kleine Monster an jeder Designerhandtasche.