Röhrenjeans, Neon-Shirt, Steckdosen-Frisur, wild wirbelnde Arme: Wer 2008 jung war, kennt Tecktonik. Vielleicht warst du es sogar.
Was war Tecktonik?
Stell dir vor: Ein Teenager mit einer Frisur, die aussieht, als hätte er in die Steckdose gefasst und dann ein Glätteisen benutzt. Er steht auf dem Schulhof und wirbelt mit den Armen, als würde er unsichtbare Fliegen verscheuchen.
Tecktonik war ein Tanzstil zu elektronischer Musik, vor allem Electro und Electro-House. Typisch waren:
- schnelle, weit ausholende Armbewegungen,
- Drehungen der Handgelenke und Wischbewegungen ums Gesicht,
- Beine, die eher locker mitmachten.
Elemente aus Vogueing, Hip-Hop und Techno-Tänzen wurden zu etwas Neuem gemixt. Dazu gehörte ein kompletter Look: enge Hosen, bunte Shirts, Nietengürtel und die Haare an den Seiten kurz, oben lang und hochgestylt.
Geburtsort: ein Club vor den Toren von Paris
Seinen Ursprung hat der Stil im Metropolis, einer Großraumdisko in Rungis im Süden von Paris. Dort starteten 2002 Partyreihen unter dem Namen „Tecktonik Killer“.
Die Macher ließen den Namen als Marke schützen und verkauften bald Klamotten, CDs und sogar Energydrinks. Deshalb nennt man den Tanz heute oft neutral Electro Dance.
2007 wurde die Bewegung in Frankreich riesig, als Tänzer bei der Pariser Techno Parade auftraten und das Fernsehen darauf ansprang.
Warum plötzlich alle mit den Armen wedelten
Tecktonik war einer der ersten Tanztrends, die sich über Videoplattformen verbreiteten. Jugendliche filmten sich in ihren Zimmern, auf Parkplätzen und in Fußgängerzonen und luden das Ganze bei YouTube hoch.
Man brauchte keine Tanzschule, kein Equipment – nur ein bisschen Platz und viel Selbstbewusstsein. Das Ergebnis: eine Welle von Videos, die Nachahmer anlockte. Ein paar Jahre später lief es beim Harlem Shake ganz ähnlich.
Weißt du noch?
- Die Frisur hielt nur mit einer halben Dose Haarspray.
- Neon war Pflicht, gerne mehrere Farben gleichzeitig.
- Wer es nicht konnte, hat trotzdem auf Partys mit den Armen gerudert.
Tecktonik in Deutschland
2008 schwappte die Welle nach Deutschland. In Jugendzentren, auf Schulhöfen und in Diskos wurde getanzt, Musikmagazine und Jugendsendungen berichteten.
Gleichzeitig kam der Spott: Für viele war der Look einfach zu schrill, die Bewegungen zu albern. Wer Tecktonik tanzte, polarisierte.
Das schnelle Ende
So schnell der Hype kam, so schnell war er wieder weg. Schon 2009 war Tecktonik vielerorts nur noch eine Lachnummer – die Kommerzialisierung hatte vielen Fans den Spaß verdorben.
Was bleibt, sind unzählige YouTube-Videos, die man sich heute mit einer Mischung aus Nostalgie und Fremdscham anschaut. Und die leise Gewissheit: Irgendwann kommt der nächste Tanz, bei dem wir alle wieder mitmachen.
Häufige Fragen zu Tecktonik
Wann war Tecktonik angesagt?
Tecktonik entstand Anfang der 2000er in einem Club bei Paris, der große Hype kam 2007 in Frankreich und 2008 im Rest Europas, auch in Deutschland.
Was ist der Unterschied zwischen Tecktonik und Electro Dance?
Tecktonik ist eigentlich ein geschützter Markenname. Der Tanzstil selbst wird deshalb oft neutral Electro Dance genannt.
Zu welcher Musik tanzt man Tecktonik?
Zu Electro und Electro-House, also schnellen, basslastigen elektronischen Tracks.
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