Kopf in die Armbeuge, Arm schräg hoch – als würdest du niesen und gleichzeitig auf etwas zeigen. 2016 und 2017 war der Dab auf jedem Foto.
Was ist ein Dab?
Egal ob Klassenfoto, Hochzeitsbild oder Familienfest: Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass irgendwer darauf gedabbt hat. Der Dab war die Pose der Stunde – und das ziemlich lange.
Eigentlich ist er nur eine kurze Pose: Du senkst den Kopf in die Ellenbogenbeuge eines angewinkelten Arms, während du den anderen Arm diagonal in die Luft streckst.
- Dauer: etwa eine Sekunde.
- Wirkung: maximal lässig. Zumindest damals.
Von Atlanta auf den Schulhof
Seine Wurzeln hat der Dab in der Hip-Hop-Szene von Atlanta. Um 2015 tauchte er in Songs und Videos auf, unter anderem bei der Rap-Gruppe Migos.
Den großen Durchbruch brachte der Sport: In der NFL feierte Quarterback Cam Newton in der Saison 2015 seine Touchdowns mit einem Dab – vor Millionen Zuschauern. Kurz darauf dabbten auch Fußballprofis nach Toren, und damit war der Dab endgültig in Europa angekommen.
Warum jeder gedabbt hat
Der Dab war perfekt für die Social-Media-Zeit. Er passte auf jedes Foto, in jedes Video, in jeden Moment. Keine Choreo, kein Talent, kein Equipment – ein Arm hoch, Kopf runter, fertig.
Dazu sah er ein bisschen frech aus, ein bisschen nach Hip-Hop, ein bisschen nach Fußballstar. Auf deutschen Schulhöfen wurde gedabbt, als gäbe es kein Morgen:
- nach einem gewonnenen Völkerballspiel,
- nach einer guten Note (oder einer schlechten, aus Trotz),
- auf jedem einzelnen Gruppenfoto,
- beim Zeugnis-Abholen, sehr zum Leidwesen der Schulleitung.
Der Moment, als es kippte
Jeder Trend erreicht irgendwann den Punkt, an dem Eltern, Lehrer und Politiker ihn übernehmen. Beim Dab passierte das spektakulär:
- Prominente dabbten in Talkshows und Wahlkampfauftritten.
- Werbespots sprangen auf.
- Plötzlich dabbte auch Onkel Klaus bei der Konfirmation.
Und genau in diesem Moment war es vorbei mit der Coolness.
Was wurde aus dem Dab?
Heute gilt der Dab als Inbegriff von cringe. Wer ihn noch ernsthaft macht, erntet bestenfalls mitleidige Blicke. Ironisch geht er dagegen immer noch – etwa auf Partys, wenn jemand bewusst peinlich sein will.
In Videospielen und Memes lebt er als Nostalgie-Gag weiter, ähnlich wie der Gangnam Style. Der Dab zeigt, wie schnell aus „mega lässig“ ein „bitte nicht“ werden kann – und dass es egal ist, solange man damals Spaß hatte.
Häufige Fragen zu Dab
Woher kommt der Dab?
Der Dab stammt aus der Hip-Hop-Szene von Atlanta und wurde um 2015 durch Rapper wie Migos bekannt. Weltweit verbreitet hat ihn dann vor allem der Sport, etwa durch Touchdown- und Torjubel.
Wann war der Dab angesagt?
Der Höhepunkt lag 2016 und reichte bis ins Jahr 2017. Danach galt die Pose schnell als peinlich.
Was bedeutet der Dab?
Eine feste Bedeutung hat er nicht. Er war einfach eine Jubel- und Angeberpose, so etwas wie ein lässiges „Läuft bei mir“.
Zuletzt aktualisiert: