Orange, sprudelnd, mit Eis bis zum Rand: Aperol Spritz ist seit den 2010ern das offizielle Sommergetränk Deutschlands – auch ohne Abstimmung.
Was ist drin?
Ein Aperol Spritz ist simpel, und genau das ist sein Geheimnis. Die berühmte 3-2-1-Regel:
- 3 Teile Prosecco
- 2 Teile Aperol
- 1 Teil Soda oder Mineralwasser
Dazu viel Eis und eine Orangenscheibe in einem großen Weinglas. Fertig ist der Drink, der aussieht wie ein flüssiger Sonnenuntergang.
Von Padua in die Welt
Aperol selbst ist über 100 Jahre alt. Die Brüder Luigi und Silvio Barbieri stellten ihren orangefarbenen Aperitif 1919 auf einer Messe in Padua vor. Bitter-süß, mit Orange, Rhabarber und Kräutern – und weniger Alkohol als viele andere Bitterliköre.
Der „Spritz“ ist noch älter. Die Idee, Wein mit einem Spritzer Wasser zu verlängern, stammt aus der Zeit, als Venetien zu Österreich gehörte. Daher auch der deutsch klingende Name: spritzen.
Die Aperölchenrepublik
Nach Deutschland kam der Drink im Urlaubskoffer. Ab etwa Mitte der 2000er brachten Italien-Urlauber die Erinnerung an orangefarbene Gläser auf der Piazza mit nach Hause.
Um 2010 kam der Durchbruch: Plötzlich gab es Aperol Spritz in jeder Bar, auf jedem Stadtfest und in jedem Biergarten. Supermärkte stellten Aperol neben den Prosecco, und an lauen Sommerabenden war das Bild überall gleich: ein Tisch, fünf orangefarbene Gläser.
Fast zeitgleich eroberte der Hugo mit Holunderblüte die Terrassen. Auf Dauer hat der Spritz ihn aber elegant abgehängt.
Schmeckt der überhaupt?
Darüber wird erstaunlich leidenschaftlich gestritten. 2019 erschien in einer großen US-Zeitung ein Text mit der Kernaussage: Aperol Spritz ist kein guter Drink – zu süß, zu wässrig, zu banal.
Die Fans reagierten empört, und bestellten danach einfach noch einen. Denn beim Spritz geht es weniger um Geschmack als um das Gefühl: Sonne, Feierabend, Urlaub im Kopf.
Ist der Hype vorbei?
Nein – er ist erwachsen geworden. Aperol Spritz ist kein Trend mehr, sondern ein Sommerklassiker wie Radler oder Weinschorle. Laut einer Umfrage aus dem Sommer 2026 trinkt gut ein Drittel der Erwachsenen in Deutschland gern Aperol Spritz.
Inzwischen gibt es Nachahmer mit Limoncello, Holunder oder Bitterorange. Aber wenn jemand im Juli „Einen Spritz, bitte“ sagt, weiß jede Bedienung sofort, welche Farbe gemeint ist.
Häufige Fragen zu Aperol Spritz
Wie mischt man einen Aperol Spritz?
Die bekannteste Faustregel heißt 3-2-1: drei Teile Prosecco, zwei Teile Aperol, ein Teil Soda. Dazu viel Eis und eine Orangenscheibe im großen Weinglas.
Woher kommt Aperol?
Aperol stammt aus Italien. Die Brüder Luigi und Silvio Barbieri stellten den orangefarbenen Aperitif 1919 auf einer Messe in Padua vor.
Seit wann ist Aperol Spritz in Deutschland so beliebt?
Ab Mitte der 2000er brachten viele Urlauber den Drink aus Italien mit, um 2010 kam der Durchbruch in Bars und Supermärkten. Seitdem ist er ein fester Sommerklassiker.
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