Trend aus den 2010er

Bubble Tea

2012
Durchsichtiger Becher mit Milchtee, dunklen Tapiokaperlen und dickem Strohhalm auf einer Theke

Riesenbecher, Strohhalm dick wie ein Gartenschlauch, schwarze Kugeln am Boden: 2012 kam in Deutschland niemand an Bubble Tea vorbei. Und dann, fast über Nacht: Schluss.

Tee mit Kugeln – was ist das?

Wer 2012 durch eine deutsche Innenstadt lief, sah an jeder Ecke einen neuen Laden und vor jedem Laden eine Schlange. Drin: im Grunde gesüßter Tee, oft mit Milch oder Fruchtsirup, plus Kugeln, die beim Trinken überraschend in deinem Mund landen.

  • Tapiokaperlen: die dunklen Klassiker aus Stärke der Maniokwurzel, angenehm kaugummiartig.
  • Popping Bobas: die bunten Kugeln, die beim Draufbeißen aufplatzen und Fruchtsaft freigeben.

Das Ganze wird kräftig geschüttelt und mit Folie verschweißt, durch die man den dicken Strohhalm sticht. Dieses „Plopp“ gehörte einfach dazu.

Aus Taiwan in die Fußgängerzonen

Erfunden wurde Bubble Tea in den 1980er Jahren in Taiwan, wo er bis heute eine Institution ist. Über Asien und die USA kam er nach Europa.

In Deutschland eröffneten ab etwa 2010 die ersten Läden, 2011 und 2012 explodierte der Trend regelrecht. Ketten schossen aus dem Boden, sogar Fast-Food-Cafés nahmen das Getränk ins Sortiment.

Warum alle schlürfen wollten

Bubble Tea war bunt, neu, ein bisschen exotisch – und machte Spaß. Kein Getränk, sondern ein Erlebnis: Sorte wählen, Kugeln aussuchen, Süße einstellen.

Und es sah gut aus, gerade als Smartphones und Facebook-Fotos Alltag wurden. Für Jugendliche war der Becher in der Hand ein kleines Statussymbol.

Die Klassiker im Sortiment:

  • Milchtee mit schwarzen Tapiokaperlen
  • Grüner Tee mit Mango-Popping-Bobas
  • Taro, lila und für viele ein Rätsel
  • Litschi, Erdbeere, Maracuja, immer schön knallbunt

Der Absturz im Sommer 2012

Im Sommer 2012 kippte die Stimmung:

  • Erst warnten Behörden, kleine Kinder könnten sich an den Kugeln verschlucken.
  • Dann berichteten Medien über eine Untersuchung aus Aachen, nach der angeblich krebserregende Stoffe in den Perlen stecken sollten.

Die Schlagzeilen waren riesig, die Kunden blieben weg, viele Läden mussten schließen. Spätere Untersuchungen konnten die Vorwürfe nicht bestätigen – aber da war der Schaden längst angerichtet.

Das große Comeback

Totgesagte schlürfen länger. Ab Ende der 2010er tauchte Bubble Tea wieder auf, angetrieben von Instagram, TikTok und der Begeisterung für asiatisches Essen.

Heute gibt es in vielen Städten wieder Läden mit langen Schlangen – nur dass diesmal eher Matcha und Brown-Sugar-Milchtee bestellt werden. Der dicke Strohhalm ist geblieben. Das „Plopp“ auch.

Häufige Fragen zu Bubble Tea

Wann war Bubble Tea in Deutschland angesagt?

Der erste große Hype kam 2011 und 2012, als in vielen Städten Bubble-Tea-Läden eröffneten. Seit einigen Jahren erlebt das Getränk ein Comeback.

Warum war Bubble Tea plötzlich weg?

Im Sommer 2012 sorgten Berichte über angeblich krebserregende Stoffe in den Perlen für Aufsehen. Die Vorwürfe wurden später nicht bestätigt, doch viele Läden mussten bis dahin schließen.

Woraus bestehen die Perlen im Bubble Tea?

Die klassischen schwarzen Perlen bestehen aus Tapioka, also Stärke aus der Maniokwurzel. Die bunten Popping Bobas sind kleine Kugeln mit einer dünnen Hülle und Fruchtsaft im Inneren.

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