Knack – und eine grüne, knusprige Füllung kommt zum Vorschein. 2024 war die Dubai-Schokolade da, und Deutschland drehte durch.
Was steckt drin?
Es gibt Geräusche, für die Menschen sehr viel Geld ausgeben. Dieses gehört dazu: das satte Knacken, wenn eine dicke Tafel durchbricht.
Im Kern ist Dubai-Schokolade eine dicke Tafel Milchschokolade mit einer Füllung aus:
- Pistaziencreme
- Kadayif (auch Kataifi oder Engelshaar) – hauchdünne Teigfäden, die man aus orientalischen Süßspeisen wie Künefe kennt
Die Fäden werden knusprig geröstet, und genau dieser Kontrast aus cremig und crunchy machte den Reiz aus. Dazu die grüne Farbe beim Aufbrechen: Wer einmal so ein Video gesehen hatte, wollte es selbst erleben.
Von Dubai in die ganze Welt
Erfunden wurde die Schokolade von einer kleinen Manufaktur in Dubai, die ihre Pistazien-Knafeh-Tafel bereits 2021 auf den Markt brachte.
Der große Durchbruch kam Ende 2023, als eine Food-Influencerin auf TikTok beim Probieren gefilmt wurde. Das Video sammelte Millionen Aufrufe, und plötzlich wollte die halbe Welt diese Schokolade. Das Problem: Das Original gab es nur in Dubai, in kleinen Mengen und nur über einen Lieferdienst.
Der deutsche Ausnahmezustand
In Deutschland erreichte der Hype im Herbst und Winter 2024 seinen Höhepunkt. Und der war spektakulär:
- Schlangen vor Chocolaterien und Cafés, die selbst gemachte Tafeln anboten.
- Limitierte Editionen großer Schokoladenhersteller waren in Minuten ausverkauft.
- Discounter zogen nach, mit eigenen Versionen zu deutlich kleineren Preisen.
- Weihnachtsmärkte verkauften Dubai-Schoko-Früchte, Dubai-Crêpes und Dubai-Waffeln.
- Weiterverkauf zu absurden Preisen auf Online-Marktplätzen.
Pistazien wurden zeitweise knapp und teurer, und überall sprossen Abwandlungen aus dem Boden: Dubai-Eis, Dubai-Donuts, Dubai-Croissants. Wenn es grün und knusprig war, stand „Dubai“ drauf.
Ein Fall für die Gerichte
Ganz deutsch wurde der Hype, als die Juristen kamen. Muss „Dubai-Schokolade“ eigentlich aus Dubai stammen? Mehrere Gerichte beschäftigten sich mit Klagen gegen Händler, deren Tafeln etwa in der Türkei produziert wurden.
Die Urteile fielen zunächst unterschiedlich aus, bis das Oberlandesgericht Köln 2025 in Eilverfahren entschied: Der Name weckt die Erwartung einer Herkunft aus Dubai. Wer hätte gedacht, dass eine Schokolade mal Rechtsgeschichte schreibt?
Was ist geblieben?
Schon Anfang 2025 kühlte der Hype ab. Der Markt war überflutet, jeder hatte probiert, und viele fanden: lecker, aber auf Dauer ganz schön mächtig.
Heute ist Dubai-Schokolade eine Sorte unter vielen – mit treuen Fans, aber ohne Schlangen. Ihr wichtigstes Erbe: Pistazie ist seitdem überall, von Eis bis Latte. Und „Dubai“ klingt für viele jetzt einfach nach Knusper.
Häufige Fragen zu Dubai-Schokolade
Was ist in Dubai-Schokolade drin?
Klassisch eine Füllung aus Pistaziencreme und gerösteten Kadayif-Teigfäden, umhüllt von Milchschokolade. Die Teigfäden sorgen für den typischen Knusper-Effekt.
Wann war der Dubai-Schokolade-Hype?
Viral ging die Schokolade ab Ende 2023, in Deutschland lag der Höhepunkt im Herbst und Winter 2024. Ab 2025 flaute der Hype spürbar ab.
Muss Dubai-Schokolade aus Dubai kommen?
Darüber stritten tatsächlich deutsche Gerichte. Das Oberlandesgericht Köln entschied 2025 in Eilverfahren, dass Produkte mit diesem Namen nicht einfach anderswo hergestellt werden dürfen, andere Gerichte sahen das zuvor anders.
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