Hasenohren, Kulleraugen, neun spitze Zähne: Labubu ist das unwahrscheinlichste Sammel-Phänomen der 2020er – irgendwo zwischen knuffig und klaut gleich dein Pausenbrot.
Ein Monster aus dem Märchenwald
Im Jahr 2025 hing das kleine Plüschmonster plötzlich an Rucksäcken, Schulranzen und Luxushandtaschen auf der ganzen Welt. Dabei ist es gar nicht so neu.
Erfunden hat Labubu der in Hongkong geborene und in Europa aufgewachsene Künstler Kasing Lung. Die Figur stammt aus seiner Bilderbuch-Welt „The Monsters“, inspiriert von nordischen Märchen und Sagen, und erschien erstmals um 2015. Labubu ist darin ein freches, aber gutherziges Elfenwesen.
Seit 2019 arbeitet Lung mit dem chinesischen Spielzeugunternehmen Pop Mart zusammen – und das machte aus der Buchfigur ein Massenprodukt.
Das Prinzip Überraschungsbox
Der Trick hinter dem Erfolg heißt Blind Box. Du kaufst eine Schachtel, weißt aber nicht, welche Variante drin ist. Jede Serie hat mehrere Farben und Designs, dazu eine extrem seltene „Secret“-Figur.
Das kennt man in Deutschland vom Überraschungsei oder von Sammelbildern – nur dass hier deutlich mehr Geld im Spiel ist. Das Auspacken wurde selbst zum Content: Unboxing-Videos auf TikTok und Instagram sammelten Millionen Aufrufe.
Wie aus Plüsch ein Statussymbol wurde
Ab 2024 zeigten sich in Asien bekannte Popstars mit Labubu-Anhängern an der Tasche, und die Fans zogen nach. 2025 schwappte die Welle in den Westen. Was dann passierte, kennt man von großen Sneaker-Releases:
- Leute standen nachts vor Pop-Mart-Läden Schlange.
- Neue Serien waren online innerhalb von Sekunden weg.
- Seltene Figuren wurden auf Wiederverkaufsplattformen zu absurden Preisen gehandelt.
- Fälschungen überschwemmten den Markt und bekamen einen eigenen Spitznamen: „Lafufu“.
Auch in Deutschland wurde Labubu 2025 zum Thema. Auf Schulhöfen und in Innenstädten baumelten die Monster an Taschen, und deutsche Medien erklärten verwunderten Eltern, warum ein Plüschanhänger plötzlich so begehrt ist.
Weißt du noch? Diddl-Blätter, Sammelkarten, Tamagotchi – jede Generation hat ihr Ding, für das sie Taschengeld verbrennt. Für die Gen Z war es eben ein grinsendes Monster.
Warum ausgerechnet dieses Monster?
Labubu trifft einen Nerv: Es ist nicht klassisch süß, sondern ein bisschen schräg – und genau das macht es sympathisch. Dazu kommen:
- Sammelfieber und Knappheit
- der Glücksspiel-Kick beim Auspacken
- die Möglichkeit, die eigene Tasche zu „personalisieren“
Ein Anhänger sagt: Ich bin dabei.
Und wie steht es heute?
Der Peak lag klar im Sommer 2025. Seitdem hat sich die Lage beruhigt: Die Schlangen sind kürzer, die Wiederverkaufspreise gesunken, und Analysten fragen sich, ob Pop Mart vom Erfolg einer einzigen Figur abhängig ist.
Verschwunden ist Labubu aber keineswegs. 2026 gab es etwa eine offizielle Kollektion zur Fußball-Weltmeisterschaft in Nordamerika, und Pop Mart baut sein Ladennetz weiter aus. Das Monster ist vom viralen Hype zur festen Marke geworden.
Ob es in zehn Jahren so nostalgisch verklärt wird wie die Diddl-Maus? Die Chancen stehen nicht schlecht.
Ein ähnliches Must-have-Fieber gab es kurz vorher mit dem Stanley Cup – nur eben als Trinkbecher.
Häufige Fragen zu Labubu
Was ist Labubu?
Labubu ist eine Monster-Figur des in Hongkong geborenen Künstlers Kasing Lung. Seit 2019 vertreibt die chinesische Firma Pop Mart die Figuren, vor allem als Plüschanhänger in Überraschungsboxen.
Wann war der Labubu-Hype?
Erste Wellen gab es 2024 in Asien, weltweit und auch in Deutschland explodierte der Hype im Frühjahr und Sommer 2025.
Ist Labubu noch angesagt?
Der ganz große Ausnahmezustand ist vorbei, aber Labubu lebt weiter. 2026 gab es zum Beispiel eine offizielle Kollektion zur Fußball-WM, die Figur ist also längst eine feste Marke.
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