Spruch aus den 2020er

Aura

2024
Selbstbewusster Jugendlicher läuft mit leuchtender Ausstrahlung durch den Schulflur, Mitschüler staunen

Bedeutung

Coole, souveräne Ausstrahlung – oft spielerisch in Plus- oder Minus-Aura-Punkten gemessen.

  • „Er hat den Elfmeter ganz lässig reingechippt. Krasse Aura.“
  • „Du bist vor deinem Crush die Treppe runtergefallen? Minus 1000 Aura.“
  • „Sie kommt rein, sagt nichts, und alle sind still. Die Aura ist unreal.“

Was bedeutet „Aura“?

Jemand mit Aura betritt einen Raum, und alle merken es – gemessen wird das in völlig willkürlichen Aura-Punkten.

„Aura“ kennst du vielleicht aus dem Esoterikladen: das unsichtbare Energiefeld um einen Menschen, mal blau, mal violett. In der Jugendsprache ist die Bedeutung ähnlich, nur deutlich weniger Räucherstäbchen. Aura heißt hier: Ausstrahlung, Präsenz, Coolness.

Das Besondere: Aura ist messbar. Zumindest tun alle so:

  • Lässige Antwort? „+500 Aura“
  • Beim Sportunterricht über den Ball gestolpert? „−10.000 Aura“

Die Zahlen sind völlig willkürlich – und je höher, desto lustiger.

Herkunft: Aura-Punkte auf TikTok

Das Wort stammt ursprünglich aus dem Griechischen und Lateinischen und bedeutet so viel wie „Hauch“ oder „Lufthauch“. Seine neue Karriere startete es auf TikTok und in englischsprachigen Memes.

Dort verbreitete sich ab etwa 2023 das Spiel mit den „aura points“: Clips von besonders souveränen oder besonders peinlichen Momenten wurden mit Aura-Punkten bewertet. Dazu kamen Ausdrücke wie „aura farming“ – also gezielt cool wirken wollen.

2024 wählten Jugendliche „Aura“ zum Jugendwort des Jahres bei Langenscheidt:

  • Platz 2: „Talahon“
  • Platz 3: „Schere“ – aus der Gaming-Szene: „Schere heben“ heißt, einen Fehler zuzugeben

„Aura“ war damit ein vergleichsweise harmloser und gut erklärbarer Sieger.

Wer sagt das – und wann?

Vor allem Schüler und junge Erwachsene, und zwar in allen möglichen Lebenslagen:

  • Jemand bleibt in einer Stresssituation tiefenentspannt
  • Der Lehrer kontert einen frechen Spruch perfekt
  • Dein Kumpel stolpert vor der ganzen Klasse (Minus-Aura!)
  • Jemand sagt einfach gar nichts und wirkt dadurch mysteriös

So benutzt du es richtig:

  1. Aura-Punkte immer übertreiben – „+3“ ist zu wenig
  2. Minus-Aura gern bei kleinen Blamagen, nie bei echten Problemen
  3. Echte Aura bekommt, wer nicht krampfhaft danach sucht

Wenn Eltern das sagen …

… ist die Aura sofort im Keller. Ein Vater, der nach dem Einparken in eine enge Lücke sagt „Na, wie viel Aura war das?“, verliert ungefähr so viele Aura-Punkte, wie er gerade gewinnen wollte.

Und wenn Mama fragt, welche Farbe deine Aura hat, verwechselt sie gerade Jugendsprache mit Wellness-Wochenende.

Hat „Aura“ noch Aura?

Durchaus. „Aura“ lebt weiter, besonders in Kommentarspalten und Videos. Die Punkteskala ist so praktisch, dass sie sich auch nach dem Hype gehalten hat – obwohl „das crazy“ (2025) und „Ragebait“ (2026) den Titel längst übernommen haben.

Ganz so frisch wie 2024 wirkt es nicht mehr, aber als Bewertungssystem für den Alltag ist Aura immer noch im Einsatz – plus 200 Punkte für Durchhaltevermögen.

Ein Jahr davor stand schon „Rizz“ in den Top 10 – Charme-Punkte statt Aura-Punkte.

Häufige Fragen zu Aura

Was bedeutet „Aura“ in der Jugendsprache?

„Aura“ meint die Ausstrahlung oder Coolness einer Person. Wer etwas Souveränes tut, gewinnt Aura, wer sich blamiert, verliert sie.

Wann war „Aura“ Jugendwort des Jahres?

„Aura“ wurde 2024 Jugendwort des Jahres. Auf den Plätzen folgten „Talahon“ und „Schere“.

Was sind Aura-Punkte?

Aura-Punkte sind eine ironische Punkteskala für Coolness. Für lässige Aktionen gibt es Plus-Aura, für peinliche Momente Minus-Aura, gern in absurd hohen Zahlen.

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