Trend aus den 2010er

Mannequin Challenge

2016
Eine Schulklasse ist mitten in der Bewegung erstarrt, Papiere hängen in der Luft, ein Schüler springt über einen Tisch

Andere Trends wollen Bewegung – die Mannequin Challenge wollte das Gegenteil: absolut. Nicht. Bewegen. Im Herbst 2016 erstarrte gefühlt die halbe Welt.

Stillstehen als Kunstform

Während alle eingefroren waren, lief jemand mit dem Handy langsam durch die Szene. Im Hintergrund: immer derselbe Song.

Das Prinzip ist schnell erklärt: Eine Gruppe friert mitten in einer Aktion ein – beim Werfen, Springen, Lachen, Haare föhnen – und bleibt so starr wie eine Schaufensterpuppe (englisch mannequin). Eine Kamera gleitet in einer einzigen Einstellung durch das Standbild.

Je absurder die eingefrorenen Momente, desto besser. Wer blinzelt oder kichert, fliegt auf.

Wie es losging

Die Challenge tauchte im Oktober 2016 auf. Als frühes, prägendes Beispiel gilt ein Video von Schülerinnen und Schülern einer Highschool in Jacksonville, Florida. Von dort ging es rasant weiter: erst andere Schulen, dann Sportteams, dann Promis.

Unterlegt waren die Clips fast immer mit „Black Beatles“ von Rae Sremmurd – der Song schoss durch den Trend bis auf Platz 1 der US-Charts. So viel Werbung für ein Lied, nur weil Leute stillhalten.

Warum alle mitgemacht haben

Die Mannequin Challenge hatte einen großen Vorteil: Anders als bei der Ice Bucket Challenge musste niemand nass werden, sich blamieren oder etwas kaufen. Man brauchte nur:

  • eine Gruppe Leute (je mehr, desto epischer),
  • eine halbwegs ruhige Hand mit dem Handy,
  • ein bisschen Kreativität bei der Inszenierung,
  • und Bauchmuskeln aus Stahl, um nicht loszulachen.

Dadurch war sie perfekt für Gruppen: Schulklassen, Kollegien, Fußballmannschaften, Feuerwehren, Krankenhausteams. Auch in Deutschland drehten Bundesligisten, Radiosender und Schulen eigene Versionen. Manche Videos wurden zu kleinen Filmprojekten mit Kulissen, Kostümen und durchchoreografierten Kamerafahrten.

Weißt du noch? Wie lange es dauerte, bis wirklich alle in der Klasse gleichzeitig ernst geblieben sind? Und wie der eine Typ in der letzten Reihe es dann doch versaut hat?

Der Höhepunkt

Im November 2016 war die Challenge überall:

  • Sportler erstarrten in der Kabine,
  • Bands auf der Bühne,
  • Moderatoren im Studio,
  • sogar Politiker und ihre Wahlkampfteams sprangen auf den Zug auf.

Kaum ein Trend hat sich so schnell durch alle Altersgruppen und Branchen gezogen.

Und dann war Ruhe

Genauso schnell, wie alle eingefroren waren, tauten sie auch wieder auf. Nach wenigen Wochen hatte jeder sein Video gedreht, und spätestens zum Jahreswechsel wirkte die Challenge wie von gestern.

Was bleibt, sind Tausende eingefrorene Momente auf YouTube – eine Zeitkapsel aus dem Herbst 2016. Und jedes Mal, wenn du „Black Beatles“ hörst, hast du kurz den Impuls, stehen zu bleiben. Gib's zu.

Ein paar Monate vorher hatte schon der Dab gezeigt, wie schnell eine einzige Pose eine ganze Generation erobert.

Häufige Fragen zu Mannequin Challenge

Wann war die Mannequin Challenge?

Die Mannequin Challenge startete im Oktober 2016 in den USA und war im November 2016 weltweit auf dem Höhepunkt. Anfang 2017 war der Trend schon wieder abgeebbt.

Welches Lied lief bei der Mannequin Challenge?

Fast immer „Black Beatles“ von Rae Sremmurd. Der Song kletterte durch den Trend bis auf Platz 1 der US-Charts.

Was macht man bei der Mannequin Challenge?

Eine Gruppe erstarrt mitten in einer Bewegung wie Schaufensterpuppen, während eine Kamera langsam durch die Szene fährt. Wer zuckt oder lacht, ruiniert das Video.

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