Trend aus den 2010er

Planking

2011
Junger Mann liegt steif wie ein Brett bäuchlings auf einem Briefkasten, ein Freund fotografiert ihn mit dem Handy

Hinlegen. Bäuchlings. Steif. Irgendwo, wo man sich nie hinlegt. Foto, fertig – und trotzdem machte beim Planking 2011 gefühlt das halbe Internet mit.

Die Kunst, ein Brett zu sein

Es gibt Trends, bei denen man im Nachhinein nicht mehr genau sagen kann, warum sie eigentlich lustig waren. Planking ist einer davon.

Der Name kommt vom englischen „plank“, also Brett – und genau das war das Ziel: aussehen wie ein Brett. Gesicht nach unten, Arme eng am Körper, Füße gestreckt, alles möglichst regungslos.

Der Witz entstand durch den Ort: auf einem Briefkasten, quer über zwei Stühlen, auf dem Kühlschrank, auf der Theke beim Bäcker oder auf einem Auto. Je absurder, desto besser.

Woher kam das Ganze?

Ganz neu war die Idee nicht. Schon einige Jahre vorher gab es in Großbritannien das „Lying Down Game“, bei dem man sich ebenfalls an seltsamen Orten hinlegte.

Richtig groß wurde das Ganze aber 2011 in Australien, wo Facebook-Seiten mit Planking-Fotos in kürzester Zeit riesige Fangemeinden aufbauten. Von dort ging es um die Welt, auch nach Deutschland.

Warum hat jeder mitgemacht?

Planking war die perfekte Mischung für das frühe Social-Media-Zeitalter:

  • Man brauchte nichts außer einem Handy mit Kamera und einem Freund.
  • Es dauerte zehn Sekunden.
  • Es war ein bisschen rebellisch, aber meistens harmlos.
  • Dazu kam der Wettbewerb um den verrücktesten Ort.

Auch Promis und Sportler machten mit und posteten ihre Bilder, was dem Trend noch mehr Schub gab.

Beliebte Planking-Spots:

  • Briefkästen und Mülltonnen
  • Treppengeländer und Fahrradständer
  • Supermarkt-Kassenbänder
  • Tische im Klassenzimmer, natürlich wenn der Lehrer kurz draußen war

Wenn's ernst wird

Leider hatte der Trend auch eine dunkle Seite. Einige suchten immer gefährlichere Orte – auf Dächern, Geländern oder Fahrbahnen.

Im Mai 2011 starb in Australien ein junger Mann, der beim Planking von einem Balkongeländer stürzte. Spätestens da wurde aus dem Internetspaß eine ernste Debatte, und viele Medien warnten vor Nachahmern.

Was blieb übrig?

Wie viele Internet-Trends verschwand Planking so schnell, wie es gekommen war. Schon Ende 2011 war es kaum noch ein Thema. Kurzzeitig gab es Ableger wie „Owling“ (wie eine Eule hocken) oder „Coning“, die nie dieselbe Bekanntheit erreichten.

Heute ist Planking ein Stück Internetgeschichte, an das man sich mit einem Grinsen erinnert – quasi der entfernte Cousin der Mannequin Challenge: Hauptsache, keiner bewegt sich. Und vielleicht liegt in einem alten Facebook-Album noch ein Foto von dir auf einem Briefkasten.

Häufige Fragen zu Planking

Was ist Planking?

Beim Planking legt man sich mit dem Gesicht nach unten und eng angelegten Armen steif wie ein Brett an einen möglichst ungewöhnlichen Ort und lässt sich dabei fotografieren.

Wann war Planking angesagt?

Der große Hype war 2011. Ausgehend von Australien verbreitete sich der Trend über Facebook weltweit und war nach wenigen Monaten wieder vorbei.

Ist Planking gefährlich?

An harmlosen Orten nicht. Gefährlich wird es, wenn Leute sich auf Geländer, Dächer oder Gleise legen. 2011 kam in Australien ein junger Mann beim Planking auf einem Balkongeländer ums Leben.

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