Trend aus den 2010er

Selfie-Stick

2014–2015
Eine Gruppe Touristen lächelt in ein Smartphone, das an einer langen ausziehbaren Stange über ihnen hängt

Arm zu kurz? 2014 gab es die Lösung: den Selfie-Stick. Und auf einmal ragten an jeder Sehenswürdigkeit Hunderte Stangen in den Himmel.

Was ist ein Selfie-Stick?

Ein Selfie-Stick ist eine ausziehbare Stange mit Handyhalterung am Ende. Ausgelöst wurde per Kabel, Bluetooth-Knopf oder mit dem guten alten Selbstauslöser.

Das Versprechen: mehr Hintergrund, weniger Doppelkinn und endlich die ganze Gruppe auf dem Bild. Fremde Passanten fragen? Nicht mehr nötig.

Die Erfindung, die zu früh kam

Die Idee ist älter als das Smartphone. Schon in den 1980ern meldete der japanische Ingenieur Hiroshi Ueda eine Teleskopstange für Kompaktkameras zum Patent an. Ein Spiegel vorne zeigte, ob man im Bild war.

Das Produkt floppte grandios und landete später sogar in einem Buch über nutzlose japanische Erfindungen. Erst als jeder eine Kamera mit Frontlinse in der Hosentasche hatte, war die Welt bereit.

Das Jahr der Stange

2014 war das große Selfie-Jahr. Gruppen-Selfies gingen um die Welt, und der Selfie-Stick wurde zum Must-have für jeden Urlaub. Das US-Magazin Time zählte ihn zu den besten Erfindungen des Jahres.

Plötzlich waren sie überall:

  • Vor dem Eiffelturm, am Kolosseum, auf dem Kölner Dom-Vorplatz.
  • Bei Konzerten, zum Leidwesen aller in Reihe zwei.
  • An Straßenständen, wo Händler sie für ein paar Euro verkauften.

Verboten, belächelt, geliebt

So schnell die Sticks kamen, so schnell kamen auch die Verbote. Zahlreiche Museen, Stadien, Festivals und Freizeitparks verbannten die Stangen – wegen Gefahr für Kunstwerke und Stockschlägen gegen andere Besucher.

Gleichzeitig wurde der Selfie-Stick zum Symbol der Selbstverliebtheit. Wer mit ausgefahrener Stange durch die Altstadt lief, galt schnell als Inbegriff des Touristen, irgendwo zwischen Planking und Smombie.

Geliebt wurde er trotzdem – weil Fotos in sozialen Netzwerken plötzlich alles waren. Ein Urlaub ohne Selfie hatte quasi nicht stattgefunden. Und mit dem Stick wurde das Selfie größer, breiter und spektakulärer.

Dazu war er billig und überall zu haben. Für den Preis eines Eisbechers bekam man das Versprechen auf das perfekte Urlaubsbild.

Was ist daraus geworden?

Ab etwa 2016 sah man die Stangen seltener. Smartphones bekamen Weitwinkel-Kameras, die Gruppen auch ohne Stange aufs Bild holten.

Ganz weg ist der Selfie-Stick aber nicht: Als Stativ-Kombi für Vlogger und Action-Kameras lebt er weiter. Der große Hype ist vorbei – nur am Eiffelturm hat das offenbar niemand mitbekommen.

Im selben Jahr rollte übrigens das Hoverboard durch die Fußgängerzonen – gern mit Selfie-Stick in der Hand.

Häufige Fragen zu Selfie-Stick

Wer hat den Selfie-Stick erfunden?

Als Urvater gilt der japanische Ingenieur Hiroshi Ueda, der in den 1980ern eine Teleskopstange für Kompaktkameras zum Patent anmeldete. Das Produkt floppte. Erst mit Smartphones Anfang der 2010er wurde die Idee zum Massenhit.

Wann war der Selfie-Stick angesagt?

Der große Hype lag 2014 und 2015. In dieser Zeit tauchten die Stangen an praktisch jeder Sehenswürdigkeit auf.

Wo sind Selfie-Sticks verboten?

Viele Museen, Konzerthallen, Stadien und Freizeitparks haben Selfie-Sticks verboten, weil sie andere Besucher stören oder Kunstwerke gefährden können.

Zuletzt aktualisiert: