2014 waren diese winzigen Gummis überall – im Sofa, im Staubsauger, an jedem Kinderhandgelenk. Loom Bands waren kein Trend, sondern eine Invasion.
Was sind Loom Bands?
Wenn du 2014 Kinder hattest, warst oder kanntest, weißt du es: Die Bänder steckten im Teppich und in der Waschmaschine, und zwischen Kita und Klassenfahrt baumelten bunte Armbänder an jedem Arm.
Loom Bands sind kleine, bunte Gummiringe, die man zu Armbändern, Ketten, Ringen und sogar Figuren verknüpft. Dafür gab es:
- einen Webrahmen aus Plastik mit Stiften, auf den die Bänder gespannt wurden,
- einen kleinen Haken, mit dem man sie übereinander zog,
- dazu Plastikclips, Perlen und Anhänger.
Wer richtig gut war, brauchte keinen Rahmen mehr und knüpfte einfach mit den Fingern oder zwei Bleistiften.
Eine Idee aus einem Kinderzimmer in Michigan
Die Geschichte ist fast zu schön: Der Ingenieur Cheong Choon Ng, ursprünglich aus Malaysia, arbeitete in den USA in der Autoindustrie. Er sah seinen Töchtern beim Knüpfen von Gummiband-Armbändern zu und wollte mitmachen.
Weil seine Finger zu groß waren, baute er sich ein Werkzeug. Daraus entwickelte er 2010 einen Webrahmen. Zuerst verkaufte sich das Ding schleppend – dann zeigten Kinder ihre Kreationen in Videos, und es ging steil bergauf.
Der Sommer 2014
Nach Europa kam der Hype 2014, und in Deutschland war er im Sommer kaum zu übersehen. Spielwarenläden waren ausverkauft, auf Märkten und in Kiosken gab es Tütchen mit Hunderten Gummis für wenig Geld. Kinder knüpften in den Pausen, im Bus und auf dem Rücksitz in den Urlaub.
Die beliebtesten Muster:
- Einfache Kette: für Anfänger, schnell gemacht
- Fischgrät: dick, robust, der Schulhof-Klassiker
- Dreifach-Kette: schon was für Fortgeschrittene
- Sternchen: für die Profis mit Geduld
Warum es jeder gemacht hat
Loom Bands waren billig, kreativ und verschenkbar. Ein Armband für die beste Freundin, eins für Oma, eins für den Lehrer.
Dazu kam das Sammeln: neue Farben, Glitzer-Bänder, Leuchtgummis, die im Dunkeln strahlen. Und YouTube war voll mit Anleitungen für immer komplexere Muster. Im selben Sommer schüttete sich übrigens die halbe Welt bei der Ice Bucket Challenge Eiswasser über den Kopf – 2014 war ein wildes Jahr.
Das Ende der Gummiflut
Wie jeder Kinder-Trend hatte auch dieser seinen Haken:
- Es gab Berichte über Weichmacher in billigen Anhängern.
- Manche Schulen verboten die Gummis, weil sie herumflogen oder als Tauschware für Streit sorgten.
Schon 2015 war der Hype vorbei. Heute gibt es Loom Bands noch als Bastelset im Spielwarenladen, aber die große Welle ist abgeebbt. In irgendeiner Schublade liegen bei dir bestimmt noch ein paar Hundert Gummis. Mindestens.
Häufige Fragen zu Loom Bands
Wann waren Loom Bands angesagt?
Der große Hype in Deutschland war 2014, besonders im Sommer. Schon im darauffolgenden Jahr ließ das Interesse deutlich nach.
Wer hat Loom Bands erfunden?
Erfunden hat sie Cheong Choon Ng, ein aus Malaysia stammender Ingenieur in den USA. Er entwickelte 2010 den Webrahmen, nachdem er seinen Töchtern beim Knüpfen von Gummiband-Armbändern zugesehen hatte.
Sind Loom Bands schädlich?
Tests fanden 2014 in manchen Billigprodukten und Anhängern bedenkliche Stoffe wie Weichmacher. Bei geprüften Markenprodukten gab es keine Beanstandungen.
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