Trend aus den 2010er

Ice Bucket Challenge

2014
Eine Person wird im sonnigen Garten mit einem Eimer Eiswasser übergossen, Eiswürfel fliegen durch die Luft

August 2014, dein Facebook-Feed: nur noch nasse Menschen. Willkommen bei der Ice Bucket Challenge, dem wohl nassesten Internet-Trend aller Zeiten.

Die Regeln: kalt, kurz, nominieren

Kollegen, Cousinen, Fußballprofis, Politikerinnen, der Typ aus der Parallelklasse: Alle standen mit einem Eimer da, sagten ein paar Worte in die Kamera und kippten sich eiskaltes Wasser über den Kopf.

Das Prinzip war so simpel wie genial:

  • Du wirst nominiert und hast 24 Stunden Zeit.
  • Du filmst dich beim Eiswasser-Duschen.
  • Du nominierst drei weitere Leute.
  • Wer kneift, sollte stattdessen spenden – viele machten einfach beides.

Dazu gab's das obligatorische Kreischen, das nasse T-Shirt und manchmal einen Eimer, der gleich mit auf dem Kopf landete.

Woher kam die Challenge?

Kalte-Wasser-Challenges gab es schon vorher, oft ohne festen Zweck. Im Sommer 2014 wurde die Aktion in den USA mit der Krankheit ALS (Amyotrophe Lateralsklerose) verknüpft, einer unheilbaren Erkrankung des Nervensystems.

Vor allem ALS-Betroffene und ihr Umfeld trugen die Idee weiter – dann ging es plötzlich ganz schnell. Promis machten mit, Sportler machten mit, und spätestens als Moderatoren im deutschen Fernsehen mit nassen Haaren auftauchten, war die Challenge auch hier angekommen.

Warum wirklich jeder mitgemacht hat

Die Ice Bucket Challenge hatte alles, was ein Hype braucht:

  • Gruppendruck mit gutem Gewissen – wer nominiert wurde, konnte kaum Nein sagen, schließlich ging's um einen guten Zweck.
  • Schadenfreude – andere leiden sehen, ohne dass jemand wirklich zu Schaden kommt.
  • Perfekt für Smartphone-Videos – kurz, lustig, leicht nachzumachen.
  • Sommer – im Januar hätte das garantiert niemand durchgezogen.

In Deutschland wurde auf Schulhöfen, Sportplätzen und in Vereinsheimen geschüttet, was das Zeug hielt. Feuerwehren rückten mit Löschfahrzeugen an, Fußballmannschaften duschten kollektiv, und mancher Opa wurde vom Enkel überredet.

Hat das alles was gebracht?

Ja, tatsächlich. Kritiker meckerten zwar über „Slacktivism“ und Wasserverschwendung, aber die Zahlen sprechen für sich:

  • Allein die ALS Association in den USA nahm über 100 Millionen Dollar an Spenden ein.
  • Auch deutsche ALS-Organisationen bekamen einen deutlichen Schub.
  • Mit dem Geld wurde unter anderem Forschung finanziert, die später zur Entdeckung eines neuen ALS-Risikogens beitrug.

Nicht schlecht für ein paar Eimer Wasser.

Was ist daraus geworden?

Nach dem Sommer 2014 war der Spuk so schnell vorbei, wie er gekommen war. Zu Jahrestagen gibt es immer wieder Aufrufe zur Neuauflage, und das Prinzip „Mach was Verrücktes, nominier deine Freunde“ wurde unzählige Male kopiert – etwa von der Mannequin Challenge.

So groß wie damals wurde aber keine Challenge mehr. Die Ice Bucket Challenge bleibt der Beweis, dass Internet-Quatsch auch richtig Gutes bewirken kann – und dass Eiswasser verdammt kalt ist.

Häufige Fragen zu Ice Bucket Challenge

Wann war die Ice Bucket Challenge?

Der große Hype lief im Sommer 2014, vor allem im Juli und August. Innerhalb weniger Wochen war praktisch jeder Social-Media-Feed nass.

Wofür war die Ice Bucket Challenge gut?

Sie sollte Aufmerksamkeit und Spenden für die Erforschung der Nervenkrankheit ALS sammeln. Allein die US-amerikanische ALS Association bekam dadurch über 100 Millionen Dollar an Spenden.

Gibt es die Ice Bucket Challenge noch?

Als Massenphänomen nicht mehr. Zu Jahrestagen tauchen aber immer wieder Neuauflagen auf, und ALS-Organisationen erinnern regelmäßig an die Aktion.

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