Frühling 2017, Klassenzimmer, ein leises Surrrrr unter jedem Tisch: Der Fidget Spinner kam, um für etwa drei Monate die Weltherrschaft zu übernehmen.
Was war das eigentlich?
Unter den Tischen, in Federmäppchen, auf Fingerspitzen – überall drehten sich kleine Propeller aus Plastik oder Metall.
Im Kern ist ein Fidget Spinner ein Kugellager in der Mitte mit meist drei Armen. Du hältst ihn zwischen Daumen und Mittelfinger, schnippst an – und er dreht sich. Lange. Sehr lange. Das war's. Mehr kann er nicht. Und trotzdem wollte ihn jeder haben.
„Fidget“ heißt auf Englisch so viel wie „zappeln“ oder „herumfummeln“. Beworben wurden die Spinner als Hilfsmittel für unruhige Hände, angeblich gut für die Konzentration. Belegt war das nie – aber egal: Hauptsache, er dreht sich.
Woher kam der Spinner?
Die Herkunft ist erstaunlich nebulös. Oft wird eine Erfinderin aus den USA genannt, die in den 90ern ein Drehspielzeug patentieren ließ – das hatte mit den späteren Spinnern aber wenig zu tun, und das Patent war längst ausgelaufen.
Ähnliche Teile kursierten schon Jahre vorher in Bastler- und Tech-Foren. 2017 explodierte das Ganze dann, angetrieben von YouTube-Videos und billiger Massenproduktion.
Der Schulhof-Wahnsinn 2017
Im Mai 2017 stürmten Spinner die Bestsellerlisten der Online-Shops. Kioske, Tankstellen und Handyläden hatten plötzlich Kisten voller Spinner neben der Kasse. Und auf dem Schulhof ging das Wettrüsten los:
- Metall-Spinner statt Plastik – schwerer, länger drehend, mehr Prestige
- LED-Spinner, die beim Drehen leuchteten
- Mit Bluetooth-Lautsprecher (ja, wirklich)
- Tricks wie Fingerwechsel, Balancieren auf der Nase oder Spinner-Stapel
Wer den Spinner am längsten drehen lassen konnte, war der Held der Pause. Viele Schulen reagierten genervt und verboten die Dinger im Unterricht.
Warum war der Hype so schnell vorbei?
Weil der Fidget Spinner genau eine Sache konnte. Nach ein paar Wochen hatte jeder einen, alle Tricks waren gelernt, und die Spinner lagen bei jedem Discounter für ein paar Euro im Regal.
Wenn etwas überall und für jeden verfügbar ist, ist es eben nicht mehr cool. Schon im Herbst 2017 lagen Restposten wie Blei in den Läden.
Was bleibt?
Heute findet man Fidget Spinner höchstens noch in Ramschkisten oder ganz hinten in Schreibtischschubladen. Das Prinzip „Fidget Toys“ hat aber überlebt – später kamen etwa Pop-its und Fidget-Würfel.
Der Spinner bleibt das Paradebeispiel für einen Mega-Hype mit Mini-Lebensdauer – ein bisschen wie der Bottle Flip ein Jahr zuvor. Und mal ehrlich: Würdest du ihn jetzt in die Finger kriegen, du würdest ihn trotzdem kurz drehen.
Fast zeitgleich matschte sich der nächste Kinderzimmer-Hype durch Deutschland: Slime.
Häufige Fragen zu Fidget Spinner
Wann war der Fidget-Spinner-Hype?
Im Frühjahr und Frühsommer 2017. Im Mai 2017 gehörten die Spinner zu den meistverkauften Spielzeugen überhaupt, im Herbst desselben Jahres war der Hype schon weitgehend vorbei.
Wer hat den Fidget Spinner erfunden?
Das ist unklar. Oft wird eine US-Erfinderin genannt, die in den 1990ern ein Drehspielzeug patentieren ließ, das aber anders aussah als die späteren Spinner. Einen eindeutigen Erfinder gibt es nicht.
Helfen Fidget Spinner wirklich bei der Konzentration?
Beworben wurden sie als Hilfe für Menschen mit ADHS oder Stress. Wissenschaftlich belegt ist das nicht, viele Lehrkräfte empfanden sie eher als Ablenkung.
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