Runter, hoch, runter, hoch – und trotzdem hat das Jo-Jo, ein Stück Plastik an einer Schnur, ganze Generationen in den Wahnsinn getrieben.
Das älteste Spielzeug auf dem Schulhof
Klingt nicht nach viel, oder? Aber die Hierarchie war klar:
- Wer es nur auf und ab bekam, war Anfänger.
- Wer den „Schlafenden Hund“ konnte, war jemand.
- Und wer die „Weltreise“ schaffte, ohne jemandem eine reinzuhauen, war eine Legende.
Das Jo-Jo ist ein echter Methusalem unter den Spielzeugen. Schon im antiken Griechenland gab es Scheiben an einer Schnur, Darstellungen davon findet man auf alten Vasen. Den Namen „Yo-Yo“ verdanken wir den Philippinen.
In den USA wurde es im 20. Jahrhundert zum Massenprodukt, als Firmen es in großem Stil verkauften und mit Vorführungen bewarben. Seitdem kommt es alle paar Jahrzehnte zurück wie ein ... na ja, wie ein Jo-Jo.
Die deutschen Jo-Jo-Wellen
In Deutschland gab es gleich mehrere Booms:
- Anfang der 80er wurde das Jo-Jo Pflichtutensil auf deutschen Schulhöfen.
- Ab Mitte der 90er rollte die nächste Welle an, die um 1998 ihren Höhepunkt erreichte – nicht nur hier, sondern weltweit.
Diesmal war alles technischer: Jo-Jos mit Kugellager, die viel länger am Ende der Schnur drehten, Modelle mit Leuchteffekten – und plötzlich ging es nicht mehr nur ums Hoch und Runter, sondern um Tricks.
Warum alle mitgemacht haben
Das Jo-Jo hatte alles, was ein guter Schulhof-Trend braucht: Es war billig, passte in jede Hosentasche, und man konnte damit angeben. Jeder neue Trick war ein kleiner Triumph in der großen Pause.
Dazu kam der Wettbewerb: Wer schafft die meisten Tricks hintereinander? Wessen Jo-Jo dreht am längsten?
Die Klassiker unter den Tricks:
- Schlafender Hund: Das Jo-Jo dreht unten, ohne hochzukommen, bis du ruckst.
- Hund Gassi führen: Das drehende Jo-Jo rollt über den Boden.
- Weltreise: Ein großer Kreis nach vorne, gerne knapp am Kopf des Sitznachbarn vorbei.
- Wiege: Mit der Schnur ein Dreieck bauen und das Jo-Jo darin schaukeln lassen.
Der Moment, in dem es zu viel wurde
Wie bei jedem guten Trend dauerte es nicht lange, bis die ersten Lehrer genervt waren. Zu viele verknotete Schnüre, zu viele Jo-Jos, die quer durchs Klassenzimmer flogen.
Irgendwann lag das Teil dann in der Schublade, neben anderen Relikten der Kindheit – irgendwo zwischen Tamagotchi und Diddl-Blättern.
Und heute?
Komplett weg ist das Jo-Jo nie. Es gibt eine weltweite Szene mit Meisterschaften, in der Profis mit High-Tech-Modellen Tricks zeigen, die aussehen wie Zauberei.
Auf dem Schulhof hat das Jo-Jo heute aber Konkurrenz von Smartphones, Fidget Spinnern und Bottle Flips. Wer trotzdem eins rauskramt, merkt schnell: Der Schlafende Hund klappt noch. Irgendwie.
Die nächste Generation Kinderzimmer-Kreisel kam 2003 mit Beyblade – und wer keine Lust auf Tricks hatte, saß verzweifelt vor dem Zauberwürfel.
Häufige Fragen zu Jo-Jo
Wann war das Jo-Jo angesagt?
In Deutschland gab es mehrere Wellen. Anfang der 1980er war das Jo-Jo Pflichtausstattung auf Schulhöfen, ab Mitte der 1990er folgte ein neuer Boom mit Kugellager-Jo-Jos und Tricks.
Woher kommt das Jo-Jo?
Das Spielzeug ist uralt, schon aus dem antiken Griechenland sind Darstellungen bekannt. Der Name „Yo-Yo“ stammt aus den Philippinen und wurde in den USA im 20. Jahrhundert populär.
Wird Jo-Jo heute noch gespielt?
Ja, allerdings in einer Nische. Es gibt eine aktive Szene mit Wettbewerben und High-Tech-Jo-Jos, die minutenlang drehen.
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