Trend aus den 1980er

Zauberwürfel

1980–1982
Zwei Hände drehen einen halb verdrehten bunten Drehwürfel, daneben liegen abgelöste Farbaufkleber

Drehen, drehen, verzweifeln: Der Zauberwürfel war ab 1980 das Rätsel, an dem eine ganze Generation scheiterte – und manche bis heute.

Was ist der Zauberwürfel?

Ein Würfel aus 26 kleinen Klötzchen, jede Seite in einer anderen Farbe. Die Ebenen lassen sich in alle Richtungen drehen, und nach drei Zügen ist alles durcheinander.

Das Ziel klingt simpel: Jede Seite wieder einfarbig. Das Problem: Es gibt rund 43 Trillionen mögliche Stellungen. Ausprobieren ist also keine Strategie.

Ein Professor aus Budapest

Erfunden hat ihn 1974 der ungarische Architekt und Designprofessor Ernő Rubik. Eigentlich wollte er seinen Studierenden räumliches Denken anschaulich machen – und brauchte angeblich selbst über einen Monat, um sein Modell wieder zu lösen.

In Ungarn kam der Würfel 1977 in die Läden, ab 1980 eroberte er als „Rubik's Cube“ die Welt. Im selben Jahr bekam er in Deutschland beim Spiel des Jahres einen Sonderpreis.

Das Fieber der frühen 80er

Was dann passierte, war ein echter Ausnahmezustand:

  • Millionen Würfel gingen innerhalb weniger Jahre über die Ladentheke.
  • Lösungsbücher stürmten die Bestsellerlisten.
  • 1982 fand in Budapest sogar die erste Weltmeisterschaft statt.
  • Billige Nachbauten gab es an jedem Kiosk.

Der Würfel lag in Büros, Schulen und Wohnzimmern. Alle Altersgruppen drehten mit. Insgesamt wurden laut Schätzungen mehrere Hundert Millionen Exemplare verkauft – das macht ihn zu einem der meistverkauften Spielzeuge aller Zeiten.

Weil die wenigsten den Würfel wirklich lösen konnten, entwickelten sich kreative Methoden:

  • Aufkleber abziehen und neu sortieren. Der Klassiker.
  • Würfel auseinanderbauen und richtig zusammenstecken.
  • Würfel in die Ecke werfen und nie wieder anfassen.

Wer ihn dagegen ehrlich löste, war der Star jeder Party. Mindestens für fünf Minuten.

Warum es jeder machte

Der Zauberwürfel war günstig, klein und unendlich schwer – die perfekte Mischung. Er brauchte keine Batterien, keinen Mitspieler und keine Anleitung zum Loslegen.

Und er stellte eine Frage, der kaum jemand widerstehen konnte: Bin ich schlau genug? Später funktionierten Tamagotchi und Fidget Spinner nach einem ähnlichen Prinzip: Ein Ding für die Hosentasche, das man nicht mehr weglegen will.

Lebt der Zauberwürfel noch?

Ja – und wie. Nach dem ersten Hype ebbte das Fieber Mitte der 80er ab, doch spätestens mit dem Internet kam das Speedcubing. Mit Tutorials auf YouTube lernte plötzlich jeder die Lösung.

Heute gibt es offizielle Wettkämpfe mit Rekorden um die drei Sekunden. Mathematiker haben zudem bewiesen, dass sich jede Stellung in höchstens 20 Zügen lösen lässt. Und irgendwo liegt bestimmt noch dein alter Würfel – mit leicht schief geklebten Aufklebern.

Häufige Fragen zu Zauberwürfel

Wer hat den Zauberwürfel erfunden?

Der ungarische Architekt und Designprofessor Ernő Rubik erfand den Würfel 1974 in Budapest. Ab 1980 wurde er weltweit verkauft und auf Englisch als Rubik's Cube bekannt.

Wie viele Kombinationen hat ein Zauberwürfel?

Ein klassischer 3x3-Würfel hat rund 43 Trillionen mögliche Stellungen, genau 43.252.003.274.489.856.000. Trotzdem lässt sich jede Stellung in höchstens 20 Zügen lösen.

Was ist der Weltrekord beim Zauberwürfel?

Die schnellsten Speedcuber lösen den Würfel inzwischen in rund drei Sekunden. Die offiziellen Rekorde verwaltet die World Cube Association.

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