Bedeutung
Super, toll, großartig – früher auch „lüstern“.
- „Es gibt heute Pfannkuchen.“ – „Geil!“ – „Junge, so redet man nicht mit seiner Mutter.“ – „Okay. Sehr geil.“
- „Herr Krause, die Klassenfahrt geht nach Italien?“ – „Ja.“ – „Geil!“ – „Mit Museum jeden Tag.“ – „Weniger geil.“
- „Papa, wie fandest du das Konzert?“ – „Oberaffengeil!“ – „Ich hab dich das nicht gefragt.“
Geil ist das Wort, das Eltern in den 80ern zum Zusammenzucken brachte – und heute selbst beim Familienessen fällt.
Was „geil“ heute bedeutet
Im Alltag heißt „geil“ schlicht: richtig gut, toll, großartig. Ein geiles Auto, ein geiles Konzert, ein geiles Käsebrot – alles geht.
Dazu gibt es Steigerungen, die ganze Jahrzehnte prägen:
- „Voll geil“ – Standardausführung
- „Saugeil“ – für besondere Anlässe
- „Oberaffengeil“ – die Luxusversion, Kult in den 1990ern
- „Geil, geil, geil!“ – Dreifach-Jubel bei Freitagsfrei
Die verrückte Geschichte des Wortes
„Geil“ ist uralt. Schon im Althochdeutschen gab es das Wort – damals mit der Bedeutung kraftvoll, üppig, übermütig, lustig. Völlig harmlos also: Ein „geiler“ Mensch war einfach gut drauf.
Im Lauf der Jahrhunderte rutschte die Bedeutung dann in Richtung „lüstern“. Spätestens um 1800 war das der Hauptsinn – und „geil“ ein Wort, das man nicht vor der Tante sagte.
Dann kam die Jugend. Etwa ab den 1980ern holte sie das Wort zurück und machte es zum Allzweck-Lob. Ironischerweise ist das gar nicht so weit weg vom Original: übermütig, lustig, toll. Die Jugendsprache hat das Wort also nicht erfunden, sondern unabsichtlich restauriert.
Der große Elternschock
In den 80ern und 90ern war „geil“ der perfekte Rebellionsbegriff:
- Für Jugendliche hieß es einfach „super“.
- Für Eltern klang es nach Sexualkundeunterricht.
- Für Lehrkräfte war es ein Grund, ins Klassenbuch zu schreiben.
Herrlich war das, wenn ein Kind am Mittagstisch den Kartoffelbrei lobte und die halbe Verwandtschaft die Gabel fallen ließ. Die Antwort der Eltern war meistens dieselbe: „So ein Wort will ich hier nicht hören!“ – was das Wort natürlich nur noch attraktiver machte.
Und dann wurde es Mainstream
Wie bei krass passierte irgendwann das Unvermeidliche: Die Erwachsenen übernahmen es. Heute steht „geil“ in Werbeslogans, auf Speisekarten und in Moderationen.
Damit verlor es seinen Rebellen-Status. Für die heutige Schülergeneration ist „geil“ ein ganz normales Wort, so wie für ihre Eltern einst dufte oder knorke für die Großeltern waren. Wer heute provozieren will, braucht neue Wörter.
Lebt „geil“ noch?
Absolut – nur nicht mehr als Skandal. „Geil“ ist im Alltagswortschatz fest verankert und wird es wohl bleiben.
Nur „oberaffengeil“ hat den Sprung ins neue Jahrtausend nicht ganz geschafft. Wer es heute sagt, outet sich sofort als Kind der 90er. Was, zugegeben, auch irgendwie geil ist.
Häufige Fragen zu Geil
Was bedeutet „geil“?
Umgangssprachlich heißt „geil“ so viel wie super, toll, großartig. Die ältere Bedeutung „lüstern“ gibt es zwar auch noch, im Alltag meinen die meisten aber einfach: richtig gut.
Woher kommt das Wort „geil“?
Schon im Althochdeutschen gab es „geil“ – mit der Bedeutung kraftvoll, üppig, übermütig. Später setzte sich der Sinn „lüstern“ durch, bevor die Jugendsprache etwa ab den 1980ern wieder „toll“ daraus machte.
Ist „geil“ ein schlimmes Wort?
Heute nicht mehr wirklich. In den 80ern und 90ern galt es bei vielen Erwachsenen noch als derb, inzwischen steht es sogar in Werbeslogans. Beim Vorstellungsgespräch würden wir es trotzdem eher weglassen.
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