Bedeutung
Prima, toll, klasse – besonders berlinisch.
- „Opa, ich hab mir ein neues Handy gekauft.“ – „Dufte!“ – „Opa, das ist ein Wort, das man nicht mal mehr ironisch sagt.“
- „Riecht hier was?“ – „Nein, dein Essay ist einfach dufte.“ – „Herr Schulz, bitte.“
- „Wie war der Urlaub an der Ostsee?“ – „Dufte. Also windig, kalt und nass. Aber dufte.“
Dufte riecht nicht, es lobt: Das Berliner Wort für „prima“ war die Lieblingsvokabel deiner Großeltern.
Was „dufte“ bedeutet
„Dufte“ heißt schlicht toll, prima, klasse. Ein dufter Tag, eine dufte Idee, ein dufter Typ – wer so redet, findet etwas richtig gut.
Typisch ist das Wort für:
- Berlin und den Norden, wo es herkommt,
- die Nachkriegs- und Wirtschaftswunderzeit,
- Menschen, die heute Enkel im Teenageralter haben.
Mit Parfüm hat es null zu tun. Auch wenn der Gedanke naheliegt: Wer dufte ist, riecht nicht automatisch gut.
Herkunft: Jiddisch auf Berliner Art
Die Geschichte ist spannender, als das Wort klingt. Die verbreitete Erklärung: „Dufte“ geht auf das jiddische „tov“ zurück, das wiederum aus dem Hebräischen stammt und „gut“ bedeutet.
Der Weg führte über das Rotwelsche, die alte Geheimsprache von Händlern, Fahrenden und Gaunern. Dort ist das Wort seit dem 18. Jahrhundert belegt. Im 19. Jahrhundert wanderte es ins Berlinische und wurde von dort aus bekannt.
Verwandte findest du übrigens auch woanders: „tofte“ und vermutlich auch „toff“ gehören zur selben Familie. Eine ältere Theorie leitete das Wort anders ab, gilt aber als wenig überzeugend.
Die große Zeit von „dufte“
„Dufte“ war lange Zeit ein Alltagslob, besonders bei den Jugendlichen der 1950er bis 1970er. In Ost und West, in Schlagern und Filmen – dufte war, was heute krass oder geil ist.
Im Gespann mit knorke und „astrein“ bildete es das Lob-Trio der Großelterngeneration. Und wie es mit Jugendwörtern so ist: Irgendwann sagten es auch die Eltern – und dann war es vorbei.
Wer sagt das heute noch?
Fast niemand – außer:
- Großeltern, die es nie abgelegt haben,
- Berliner Urgesteine mit Schnauze,
- Leute, die ironisch-nostalgisch klingen wollen.
Gerade Letzteres ist ein kleines Comeback-Feld. Wer im Büro sagt „Das ist ja dufte!“, erntet gemischte Blicke: halb Lacher, halb Sorge. Auf Flohmärkten, in Retro-Cafés und auf Vintage-Postkarten taucht das Wort dagegen gern auf – dort passt es perfekt ins Bild.
Fazit: ein Wort mit Charme
„Dufte“ ist sprachgeschichtlich ein Schatz: ein Stück jiddisches Erbe, das sich über Jahrhunderte in die deutsche Alltagssprache geschmuggelt hat.
Cool ist es heute nicht mehr. Aber dufte ist es trotzdem. Und wer es seinem Opa gegenüber benutzt, bekommt garantiert ein Grinsen – und vielleicht ein Zwei-Euro-Stück.
Häufige Fragen zu Dufte
Was bedeutet „dufte“?
„Dufte“ heißt prima, toll, klasse. Es ist ein umgangssprachliches Wort, das vor allem in Berlin und Norddeutschland verbreitet war.
Hat „dufte“ etwas mit Duft zu tun?
Nein. Die gängige Erklärung führt es auf das jiddische „tov“ (gut) zurück, das über das Rotwelsche, die alte Sprache von Händlern und Fahrenden, ins Berlinische kam.
Sagt man heute noch „dufte“?
Selten. „Dufte“ klingt inzwischen nach Großeltern und alten Filmen. Junge Leute benutzen es höchstens ironisch.
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