Bedeutung
Toll, prima, super – das „cool“ der 1920er-Jahre.
- „Wie war die Party gestern?“ – „Knorke, sag ich dir!“
- „Ich hab dir Kuchen mitgebracht.“ – „Na, das ist ja knorke!“
- „Läuft alles?“ – „Alles knorke.“
Was heute „cool“ ist, war im Berlin der Zwanziger einfach knorke – das Lieblingswort deiner Urgroßeltern.
Das „cool“ deiner Urgroßeltern
Stell dir vor, es ist 1925: Du stehst in einer verrauchten Berliner Kneipe, aus dem Grammofon dudelt Jazz, und jemand fragt dich, wie du den Abend findest. Die richtige Antwort lautet: „Knorke!“
Das Wort bedeutet nichts anderes als toll, prima, spitze – es war damals ungefähr das, was heute „cool“, „nice“ oder „krass“ ist.
Wer „knorke“ sagte, war modern, großstädtisch und ein bisschen frech. Genau wie heute bei Jugendwörtern verdrehten wohl auch damals einige Ältere die Augen.
Woher kommt „knorke“?
Klar ist: „Knorke“ ist ein Kind der Berliner Umgangssprache. Seit dem frühen 20. Jahrhundert war es in der Stadt verbreitet, besonders im Umfeld von Kabarett, Varieté und Kneipenkultur.
Die Goldenen Zwanziger waren dann seine große Zeit – eine Ära, in der Berlin vor Energie nur so vibrierte und auch die Sprache ständig Neues hervorbrachte.
Unklar ist dagegen, woher genau das Wort stammt. Es gibt verschiedene Vermutungen, aber keine ist eindeutig belegt. Wir bleiben deshalb ehrlich: Die Wurzeln von „knorke“ liegen im Dunkeln.
Das macht das Wort eigentlich nur noch sympathischer – ein bisschen geheimnisvoll, wie eine alte Flasche, deren Etikett längst abgegangen ist.
Wer sagt das heute noch?
„Knorke“ hört man eher in alten Filmen, Romanen oder bei Oma als auf dem Schulhof. Trotzdem ist es nie ganz verschwunden:
- Berliner Urgesteine benutzen es teilweise noch ganz selbstverständlich.
- Ironiker sagen es, weil es so schön angestaubt klingt.
- Werbung und Gastronomie greifen es gern für Retro-Charme auf.
Es ist also ein bisschen wie Schallplatten: eigentlich von gestern, aber gerade deshalb charmant.
So klingst du knorke statt komisch
- Mit Augenzwinkern: „Alles knorke“ als Antwort auf „Wie geht's?“ funktioniert bestens.
- Als Retro-Gag: Kombiniere es mit anderen Oldies wie „dufte“ oder „famos“ – dann ist klar, dass du spielst.
- Nicht übertreiben: Ein „knorke“ pro Gespräch reicht. Danach wirkst du wie ein Zeitreisender, der den Rückweg verpasst hat.
Ähnliche Wörter aus der Zeit: „dufte“, „töfte“, „schnieke“, „prima“.
Ein Wort mit Haltbarkeitsrekord
Was man „knorke“ lassen muss: Es hat rund hundert Jahre überlebt. Das schaffen die wenigsten Jugendwörter. Ob „lost“ oder „cringe“ im Jahr 2120 noch jemand sagt? Fraglich.
„Knorke“ ist der Beweis, dass Slang manchmal länger hält als gedacht – nicht mehr als Trend, sondern als liebevolles Andenken an eine Zeit, in der alles ein bisschen wilder war. Und das finden wir, ehrlich gesagt, ziemlich knorke.
Häufige Fragen zu Knorke
Was bedeutet „knorke“?
„Knorke“ bedeutet so viel wie „toll“, „prima“ oder „super“. Es ist ein typisch berlinerisches Wort, das vor allem in den 1920er-Jahren verbreitet war.
Woher kommt das Wort „knorke“?
Das Wort stammt aus dem Berliner Umfeld und war Anfang des 20. Jahrhunderts besonders in Kneipen, Varieté und Kabarett zu hören. Seine genaue Herkunft ist unklar.
Sagt man heute noch „knorke“?
Ernst gemeint kaum noch. Vor allem in Berlin und bei Älteren hört man es aber noch – und Jüngere benutzen es gern ironisch, weil es so herrlich altmodisch klingt.
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