Bedeutung
Entspannen, abhängen, nichts Anstrengendes tun.
- „Was machst du am Wochenende?“ – „Nix. Einfach chillen.“
- „Chill mal, ist doch nicht so schlimm!“
- „Wir chillen heute Abend bei mir, kommst du?“
Was „chillen“ bedeutet
Chillen ist die hohe Kunst, absolut nichts zu tun und sich dabei großartig zu fühlen.
Auf dem Sofa liegen, mit Freunden abhängen, in der Sonne dösen – alles chillen. Dazu kommen zwei weitere Bedeutungen:
- „Chill mal!“ heißt so viel wie Reg dich ab.
- Wer „gechillt“ ist, bleibt auch dann ruhig, wenn alle anderen hyperventilieren.
Vom englischen Kühlschrank ins deutsche Wohnzimmer
Das Wort kommt aus dem Englischen: „to chill“ bedeutet eigentlich „kühlen“ oder „abkühlen“. Im amerikanischen Slang wurde daraus „chill out“ – runterkommen, sich entspannen. Besonders die Hip-Hop-Kultur machte den Ausdruck populär.
Nach Deutschland kam „chillen“ vor allem in den 1990ern. Zwei Szenen spielten dabei eine wichtige Rolle:
- Hip-Hop, der viele englische Slangwörter in die deutsche Jugendsprache brachte,
- Techno und Rave, wo es auf Partys eigene „Chill-out“-Räume gab, in denen man sich nach stundenlangem Tanzen erholen konnte.
In den 2000ern war „chillen“ dann überall angekommen – auf dem Schulhof, in Studi-WGs und in den Profilen von SchülerVZ, wo „chillen“ bei Hobbys gefühlt jeder zweite eingetragen hatte.
Wer chillt hier eigentlich?
Inzwischen: alle. Das ist die erstaunliche Karriere dieses Wortes. Was einst nach Jugendzimmer und Baggy-Hose klang, sagen heute auch Eltern, Lehrerinnen und Werbespots.
Das Wort ist längst im Duden gelandet und hat eine ganze Familie gegründet: „chillig“, „gechillt“, „Chiller“, „Chillout-Lounge“.
Das hat einen Nebeneffekt: Für Jugendliche ist „chillen“ kein Rebellenwort mehr, sondern einfach normal. Neue Slangwörter rücken nach, aber „chillen“ bleibt als Grundvokabular.
Richtig chillen – sprachlich
So passt es:
- „Lass mal chillen“ – Einladung zum gemeinsamen Nichtstun.
- „Ganz gechillt bleiben“ – wenn jemand kurz vor dem Ausrasten steht.
- „Voll chillig hier“ – für Orte mit guter Atmosphäre.
Hier wird's schräg:
- „Chill mal“ zu jemandem sagen, der berechtigt sauer ist. Das wirkt eher wie Öl ins Feuer.
- Im Bewerbungsgespräch „Ich chille gern“ als Stärke angeben. Mutig, aber riskant.
Lebt „chillen“ noch?
Mehr als je zuvor. „Chillen“ hat den Sprung vom Szene-Wort zur Alltagssprache geschafft, den nur wenige Slangwörter hinbekommen – „Digga“ ist ein anderes. Es ist so normal geworden, dass man kaum noch merkt, dass es mal neu war.
Und während andere Trends kommen und gehen, kann „chillen“ eins am besten: einfach entspannt bleiben.
Häufige Fragen zu Chillen
Was bedeutet „chillen“?
„Chillen“ heißt entspannen, abhängen oder einfach nichts tun. „Chill mal“ bedeutet außerdem „Beruhig dich“.
Woher kommt das Wort „chillen“?
Es stammt vom englischen „to chill (out)“, wörtlich „abkühlen“. In Deutschland verbreitete es sich vor allem ab den 1990ern über Hip-Hop und die Techno-Szene.
Ist „chillen“ noch Jugendsprache?
Kaum noch – es ist längst Alltagssprache und steht auch im Duden. Jugendliche sagen es trotzdem weiterhin ständig, oft in Varianten wie „chillig“ oder „gechillt“.
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