Bedeutung
Ahnungslos, verwirrt, unsicher oder völlig planlos.
- „Hast du die Matheaufgabe verstanden?“ – „Nee, ich bin komplett lost.“
- „Er stand da mit seinem Tablett und war voll lost, wo er sich hinsetzen soll.“
- „Bro, du hast den Termin verpasst? Wie lost bist du bitte?“
Alle wissen, was los ist – nur du nicht? Dann bist du lost, das Jugendwort des Jahres 2020.
Bedeutung: verloren im eigenen Leben
„Lost“ ist das Gefühl, wenn alle um dich herum genau wissen, was los ist – nur du nicht. Der Lehrer erklärt zum dritten Mal die Kurvendiskussion, und dein Gehirn zeigt nur noch das Ladesymbol. Du bist lost.
Das Wort beschreibt Ahnungslosigkeit, Unsicherheit und Planlosigkeit. Es gibt zwei Spielarten:
- Im Moment lost: „Ich bin gerade lost, wo ist der Raum?“
- Generell lost: eine Person, die einfach wenig mitbekommt.
Je nach Tonfall ist das liebevoll-neckisch oder ziemlich spitz gemeint.
Woher kommt „lost“?
Natürlich aus dem Englischen. „Lost“ heißt verloren, verirrt, verlaufen. Im Deutschen hat sich die Bedeutung verschoben: Man verläuft sich weniger im Wald als im Gespräch, in der Hausaufgabe oder im Leben allgemein.
Über Gaming, Social Media und englischsprachige Videos ist das Wort schon in den 2010ern in die deutsche Jugendsprache gesickert.
2020 kam der große Auftritt: „Lost“ wurde Jugendwort des Jahres. Das Besondere: Es war das erste Jahr mit Online-Abstimmung – nicht mehr eine Jury hatte das letzte Wort, sondern die Jugendlichen selbst.
Und mal ehrlich: Ein besseres Wort für 2020 hätte man kaum finden können. Lockdown, Homeschooling, ständig neue Regeln – da war wirklich jeder irgendwie lost.
Wer sagt das und wann?
Vor allem Jugendliche und junge Erwachsene, aber das Wort ist längst in der Breite angekommen. Es passt in viele Situationen:
- Du verstehst eine Aufgabe nicht
- Jemand kapiert den Witz nicht
- Du stehst am Bahnhof und dein Zug ist plötzlich verschwunden
- Jemand macht etwas komplett Planloses
Ähnliche Wörter: verplant, planlos, „ich check’s nicht“, „ich kann nicht mehr“ (wenn’s richtig schlimm wird).
Wenn Eltern das sagen …
… passiert meistens Folgendes: Mama sagt beim Navi-Fiasko „Jetzt bin ich aber lost!“ und das Kind auf dem Rücksitz bekommt spontan Ohrenschmerzen.
Das Wort selbst ist harmlos, aber aus Elternmund klingt es nach angestrengtem Mitreden. Ein Tipp: lieber sparsam einsetzen und auf keinen Fall „lost“ englisch korrekt mit britischem Akzent aussprechen.
Sagt man das heute noch?
Ja, und zwar ganz selbstverständlich. „Lost“ gehört zu den Jugendwörtern, die den Hype überlebt haben, weil sie einfach praktisch sind.
Es ist kurz, jeder versteht es, und kein deutsches Wort trifft dieses Gefühl so knapp. Wer heute „Ich bin lost“ sagt, wirkt weder alt noch bemüht – das Wort ist schlicht Alltagssprache geworden.
Häufige Fragen zu Lost
Was bedeutet „lost“ in der Jugendsprache?
„Lost“ beschreibt jemanden, der ahnungslos, unsicher oder orientierungslos ist. Man kann in einer Situation lost sein oder auch einfach generell eine lost Person.
Wann war „lost“ Jugendwort des Jahres?
„Lost“ wurde 2020 Jugendwort des Jahres. Es war das erste Jahr, in dem Jugendliche das Siegerwort per Online-Abstimmung bestimmten; dahinter landeten „cringe“ und „wyld“.
Woher kommt „lost“?
Aus dem Englischen: „lost“ heißt „verloren“ oder „verlaufen“. Im Deutschen meint es eher, dass man geistig nicht mehr mitkommt.
Zuletzt aktualisiert: