Spruch aus den 2020er

Wild

2022
Jugendlicher starrt mit offenem Mund aufs Handy, Popcorn fliegt durch die Luft

Bedeutung

Krass, verrückt, unglaublich – positiv wie negativ.

  • „Mein Opa hat einen TikTok-Account. Und 40.000 Follower.“ – „Wild.“
  • „Herr Schulz hat gesagt, die Klassenarbeit fällt aus, weil er selbst keinen Bock hat.“ – „Wild. Ehrenmann.“
  • „Mama hat Papa zum Jahrestag einen Staubsauger geschenkt.“ – „Und er?“ – „Hat sich gefreut.“ – „Okay, das ist wild.“

Etwas ist so verrückt, dass dir die Worte fehlen? Dann sag einfach „wild“ – das Wort für alles, was zu viel ist.

Was bedeutet „wild“?

Im normalen Deutsch sind Tiere wild oder Partys. In der Jugendsprache ist „wild“ eine Reaktion auf alles, was dich umhaut. Positiv, negativ, egal:

  • „Er hat 1,0 geschrieben, ohne zu lernen?“ → „Wild.“
  • „Sie hat ihn per Sprachnachricht abserviert?“ → „Wild.“
  • „Dubai-Schokolade kostet jetzt 15 Euro?“ → „Wild.“

Man kann es außerdem steigern: „Voll wild“, „komplett wild“ oder das fassungslose „Bro, das ist so wild“. Und wer es ganz knapp mag, schreibt im Chat einfach nur „wild“ – klein, ohne Punkt, mit maximaler Wirkung.

Wichtig ist der Ton: Ein langgezogenes „Wiiild“ bedeutet Staunen, ein trockenes „wild.“ eher „Ich hab Fragen“.

Woher kommt das Slang-„wild“?

„Wild“ ist natürlich ein uraltes deutsches Wort. Die Slang-Bedeutung kommt aber vor allem aus dem Englischen, wo „That's wild“ schon lange für „Das ist verrückt“ steht – besonders im US-Hip-Hop und in Memes.

Über TikTok, YouTube und Streams wurde die englische Bedeutung dann ins Deutsche übernommen. Das Praktische: Man muss nichts übersetzen, das Wort gibt es ja schon. Es hat einfach einen neuen Job bekommen.

Online taucht es auch als „wyld“ auf – mit y, weil das irgendwie noch wilder aussieht.

Wild beim Jugendwort des Jahres

2022 stand „wild/wyld“ in den Top 10 der Langenscheidt-Wahl. Gewonnen hat damals smash, auf den Plätzen landeten „bodenlos“ und „Macher“.

Für den Titel hat es also nicht gereicht. Aber für ein Wort, das schon im Mittelalter existierte, ist ein Comeback in den Jugendwort-Charts ziemlich wild.

Wild, krass oder das crazy?

Die Familie der Staun-Wörter ist groß:

  • „Krass“ – der Klassiker seit den 90ern
  • „Sheesh“ – mit Zischgeräusch
  • „Das crazy“ – Jugendwort 2025, grammatikalisch mutig
  • „Wild“ – die fassungslose Variante

Dazu kommen Klassiker wie „Alter!“ oder „Ich kann nicht mehr“, die je nach Situation dasselbe leisten.

Der Unterschied ist Gefühlssache: „Krass“ ist beeindruckt, „wild“ ist beeindruckt und leicht verstört.

Ist „wild“ noch aktuell?

Ja, total. „Wild“ ist ein Wort, das nicht cringe wird, weil es auch Erwachsene schon immer benutzt haben.

Wenn Mama sagt „Das ist ja wild“, ist das also ausnahmsweise nicht peinlich. Na ja … fast nicht.

Häufige Fragen zu Wild

Was bedeutet „wild“ in der Jugendsprache?

„Wild“ heißt so viel wie krass, verrückt oder unglaublich. „Das ist wild“ sagt man, wenn etwas überraschend, schockierend oder extrem ist – im Guten wie im Schlechten.

Was bedeutet „wyld“?

„Wyld“ ist eine Schreibvariante von „wild“, die vor allem online benutzt wird. 2022 stand „wild/wyld“ in den Top 10 der Wahl zum Jugendwort des Jahres.

Ist „wild“ dasselbe wie „krass“?

Fast. Beide drücken Staunen aus, „wild“ klingt aber oft ein bisschen fassungsloser – so nach „Ich kann nicht glauben, dass das gerade passiert“.

Zuletzt aktualisiert: