Trend aus den 2020er

BeReal

2022–2023
Ein Smartphone zeigt ein Doppelfoto aus chaotischem Schreibtisch und kleinem, überraschtem Selfie in der Ecke, daneben eine Küchenuhr

„⚠️ Time to BeReal ⚠️“ – wenn diese Nachricht kam, ließ 2022 eine ganze Generation alles fallen. BeReal wollte das Gegenteil von Instagram sein.

Wie funktioniert BeReal?

Das Prinzip ist simpel und gnadenlos:

  • Einmal am Tag kommt die Push-Nachricht – zu einer zufälligen Uhrzeit, für alle gleichzeitig.
  • Du hast zwei Minuten, um ein Foto zu machen.
  • Die App knipst Front- und Rückkamera gleichzeitig: deine Umgebung und dein Gesicht.
  • Filter gibt es nicht. Bearbeiten auch nicht.

Und der Trick: Die Fotos deiner Freunde siehst du erst, wenn du selbst gepostet hast. Wer zu spät dran war, bekam den Hinweis „late“ neben sein Bild – der Schandfleck des Tages.

Die Anti-Instagram-App

BeReal kam aus Frankreich, gestartet 2020. Die Idee: Schluss mit perfekt inszenierten Fotos, Schluss mit Filtern und Posen. Stattdessen echter Alltag.

Und der Alltag war, ehrlich gesagt, ziemlich unspektakulär:

  • Schreibtisch mit Laptop
  • Sofa mit Serie
  • Bus, Bahn, Mensa
  • Sehr viele Decken von unten

Genau das war der Reiz. Endlich fühlte sich niemand schlecht, weil alle anderen angeblich ständig am Strand lagen. Alle saßen gerade vor dem Laptop.

Der Hype 2022

Groß wurde die App Anfang 2022, zuerst an Unis in den USA, dann weltweit. Auch in Deutschland landete sie in den App-Charts ganz oben, vor allem bei Schülern und Studierenden.

Typische Szene: Die Nachricht kommt, und in einem Hörsaal zücken gleichzeitig dreißig Leute ihr Handy. Manchmal sogar der Dozent. Bei Partys wurde gezielt gewartet, bis die Nachricht kam, damit das Foto auch spannend aussieht. So viel zum Thema „echt“.

Im Herbst 2022 nutzten die App laut Berichten rund 15 Millionen Menschen täglich.

Die großen Netzwerke kopieren

Wie so oft zogen die Großen nach. Instagram und TikTok bauten eigene Zwei-Kamera-Funktionen ein. Kein Wunder, dass die Begeisterung abkühlte: Schon 2023 waren die täglichen Nutzerzahlen nur noch ein Bruchteil davon.

Dazu kam die Ermüdung. Jeden Tag denselben Schreibtisch fotografieren – irgendwann ist auch der ehrlichste Alltag auserzählt.

Was ist aus BeReal geworden?

2024 wurde BeReal für rund eine halbe Milliarde Euro an ein französisches App-Unternehmen verkauft. Die App läuft weiter und hat nach Firmenangaben auch noch eine treue Community.

Den großen Moment hatte sie aber 2022. Ähnlich wie Clubhouse zeigt BeReal, wie schnell eine App vom Muss zur Erinnerung wird. Und wer heute noch ein BeReal schickt, gilt entweder als treu oder als ein bisschen cringe.

Schon ein Jahr vorher hatte Wordle gezeigt, wie sehr wir tägliche Mini-Rituale im Netz lieben.

Häufige Fragen zu BeReal

Wie funktioniert BeReal?

Einmal am Tag schickt BeReal allen Nutzern zur selben, zufälligen Zeit eine Benachrichtigung. Dann hast du zwei Minuten, um ein Foto zu machen, das gleichzeitig mit Front- und Rückkamera aufgenommen wird. Erst wenn du selbst gepostet hast, siehst du die Bilder deiner Freunde.

Woher kommt BeReal?

BeReal ist eine französische App, die 2020 an den Start ging. Ihren großen Durchbruch hatte sie 2022, zuerst an Unis und Schulen, dann weltweit. 2024 wurde sie an ein französisches App-Unternehmen verkauft.

Gibt es BeReal noch?

Ja, die App gibt es weiterhin und sie hat nach Unternehmensangaben auch noch viele Nutzer. Der große Hype von 2022 ist aber vorbei, viele haben die Funktion inzwischen bei anderen Apps oder die App ganz gelöscht.

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