Hast du eine Einladung? Im Januar 2021 war Clubhouse die Frage aller Fragen – und wer keine hatte, fühlte sich sehr, sehr draußen.
Was war Clubhouse?
Clubhouse war ein soziales Netzwerk ohne Bilder, ohne Videos, ohne Texte. Nur Stimmen. Man betrat virtuelle Räume, in denen einige Leute auf einer Art Bühne diskutierten, während alle anderen zuhörten.
Wer etwas sagen wollte, hob digital die Hand. Aufgezeichnet wurde nichts – was gesagt war, war gesagt. Wie ein Podcast, nur live und mit Mitreden.
Der Türsteher-Effekt
Das eigentliche Geheimrezept war die künstliche Knappheit:
- Nur mit Einladung – jeder Neue bekam nur wenige Invites
- Nur fürs iPhone – Android-Nutzer guckten in die Röhre
- Nur live – wer nicht dabei war, hatte es verpasst
Ergebnis: Einladungen wurden im Netz verkauft, für echtes Geld. Für eine kostenlose App. Wer drin war, postete stolz Screenshots, und wer draußen war, wollte umso dringender rein.
Deutschland im Lockdown-Fieber
Gestartet war die App schon im Frühjahr 2020 in den USA. In Deutschland explodierte sie Mitte Januar 2021 und stand plötzlich auf Platz 1 der App-Charts.
Der Zeitpunkt war perfekt: Lockdown, geschlossene Bars, keine Partys. Clubhouse fühlte sich an wie ein Abend unter Leuten. Bis spät in die Nacht saßen Medienleute, Start-up-Gründer, Comedians und Politiker in Räumen und plauderten.
Und manche plauderten zu viel: Ein Ministerpräsident erzählte in einem Raum, er spiele in langen Sitzungen gern Handyspiele. Die Schlagzeilen schrieben sich von selbst.
Warum war es so schnell vorbei?
Der Absturz kam fast so schnell wie der Aufstieg. Schon im Frühjahr 2021 sanken die Nutzerzahlen deutlich. Die Gründe:
- Lockerungen – draußen gab es wieder echtes Leben
- Ermüdung – stundenlange Talkrunden sind anstrengend
- Kopien – große Netzwerke bauten eigene Audio-Räume ein
- Datenschutz-Kritik – etwa am Hochladen des Telefonbuchs
Als die App im Sommer 2021 ohne Einladung für alle offen war, wollte kaum noch jemand rein. Der Türsteher war weg, und mit ihm der Reiz.
Was bleibt?
Clubhouse ist das Paradebeispiel für einen Lockdown-Hype – wie der Dalgona-Kaffee, nur mit mehr Selbstdarstellung. Die App gibt es noch, aber in Deutschland redet dort kaum noch jemand.
Die Lehre fürs Internet: Exklusivität zieht Leute an – aber hält sie nicht. Ein Jahr später versuchte BeReal übrigens ein ganz anderes Rezept: bloß nicht inszenieren.
Häufige Fragen zu Clubhouse
Was ist Clubhouse?
Clubhouse ist eine Social-Media-App, in der man nur per Sprache kommuniziert. In virtuellen Räumen sprechen einige Leute auf einer Bühne, alle anderen hören zu und können sich zu Wort melden.
Warum war Clubhouse so ein Hype?
Im Januar 2021 kam vieles zusammen: Lockdown, Langeweile und ein künstlich knapper Zugang. Man brauchte eine Einladung und ein iPhone. Dieses Gefühl von Exklusivität machte die App für einige Wochen extrem begehrt.
Gibt es Clubhouse noch?
Die App existiert noch, spielt in Deutschland aber kaum noch eine Rolle. Schon im Frühjahr 2021 sanken die Nutzerzahlen stark, und große Plattformen hatten die Audio-Räume längst kopiert.
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