Bedeutung
Peinlich, fremdschämig – etwas, bei dem man innerlich zusammenzuckt.
- „Hast du gesehen, wie er im Unterricht ein Liebesgedicht vorgelesen hat?“ – „Voll cringe.“
- „Meine Mutter hat mein Selfie kommentiert. Mit drei Herzen. Cringe.“
- „Das alte Video von mir mit Fidget Spinner ist so cringe, bitte lösch das.“
Was bedeutet „cringe“?
Deine Zehen krallen sich in die Schuhsohle, obwohl du gar nichts gemacht hast? Genau das ist cringe.
Du kennst das Gefühl: Jemand erzählt einen Witz, keiner lacht, und er erklärt ihn trotzdem noch mal. Du willst im Boden versinken.
„Cringe“ beschreibt peinliche Momente und vor allem Fremdscham. Man benutzt es:
- als Adjektiv: „Das ist so cringe.“
- als Verb: „Ich cringe gerade richtig.“
- als Ausruf, einfach nur: „Cringe.“
Manchmal auch über sich selbst, etwa beim Durchscrollen alter Fotos.
Herkunft: vom Zusammenzucken zum Jugendwort
Im Englischen bedeutet „to cringe“ so viel wie „zusammenzucken“, „sich ducken“ oder „sich winden“ – die körperliche Reaktion auf etwas Unangenehmes.
Im Netz wurde daraus ein eigenes Genre: „Cringe Compilations“ und „Try not to cringe“-Videos, in denen peinliche Clips gesammelt wurden. Über YouTube, Gaming und später TikTok landete das Wort in der deutschen Jugendsprache.
Der Weg zum Titel hatte zwei Anläufe:
- 2020: Platz zwei hinter „lost“
- 2021: Jugendwort des Jahres – vor „sus“ (verdächtig) und „sheesh“ (Ausruf des Staunens)
Die Abstimmung lief online, die Jugendlichen haben also selbst entschieden.
Wer sagt das – und in welchen Situationen?
Eigentlich jeder, der mal etwas Peinliches gesehen hat, also: alle. Klassische Cringe-Momente:
- Eltern, die Jugendwörter benutzen
- Erwachsene, die TikTok-Tänze nachmachen
- Alte Statusmeldungen von 2012
- Werbung, die „jung und frech“ sein will
- Leute, die beim Geburtstagsständchen eine eigene Strophe dichten
Wenn Eltern das sagen …
… wird es meta. Denn das Wort, das Fremdscham beschreibt, löst bei falscher Verwendung selbst Fremdscham aus.
Wenn Papa beim Abendessen sagt „Also das finde ich jetzt aber cringe“, entsteht ein Paradoxon, das die Physik bis heute nicht erklären kann. Profi-Tipp für Erwachsene: Wer „cringe“ sagen will, sollte es wenigstens nicht „krinsch“ aussprechen.
So benutzt du es richtig:
- Für Situationen, nicht für Menschen, die nichts dafür können
- Kurz und trocken: „Cringe.“ reicht völlig
- Selbstironisch über die eigene Vergangenheit wirkt sympathisch
Ist „cringe“ noch aktuell?
Absolut. „Cringe“ ist eins der erfolgreichsten Jugendwörter überhaupt und längst im Alltagswortschatz angekommen.
Ein Trendwort ist es nicht mehr – eher ein fester Teil der Sprache, den auch Mitte-Dreißiger benutzen, ohne dass es (allzu) cringe wirkt.
Häufige Fragen zu Cringe
Was bedeutet „cringe“?
„Cringe“ bedeutet, dass etwas peinlich ist und man sich fremdschämt. Man kann sagen „Das ist cringe“ oder „Ich cringe gerade“.
Wann war „cringe“ Jugendwort des Jahres?
„Cringe“ wurde 2021 Jugendwort des Jahres. Auf den Plätzen folgten „sus“ und „sheesh“; schon 2020 war cringe auf Platz zwei gelandet.
Woher kommt das Wort „cringe“?
Aus dem Englischen: „to cringe“ heißt „zusammenzucken“ oder „sich winden“. Über Memes und Videos wie „Try not to cringe“ kam es ins Deutsche.
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