Trend aus den 2010er

Pokémon Go

2016
Viele Menschen laufen abends mit leuchtenden Smartphones durch einen Park, über dem Rasen schwebt ein kleines Fantasiewesen

Juli 2016: Zehntausende gehen freiwillig vor die Tür – nicht zum Joggen, sondern zum Monsterfangen. Pokémon Go hatte die Welt im Griff.

Monster fangen in der echten Welt

Was kein Fitnessstudio, keine Krankenkasse und keine Mutter je geschafft hatte, gelang einer App. Und Deutschland traf es ganz besonders.

Die Idee: Dein Handy zeigt dir eine Karte deiner Umgebung, und irgendwo da draußen sitzen Pokémon. Du läufst hin, wirfst per Wischgeste einen Pokéball und – mit etwas Glück – gehört das Monster dir.

  • Kirchen, Denkmäler und Dönerbuden wurden zu Pokéstops, an denen du Items einsammeln konntest.
  • Arenen waren hart umkämpft.
  • Die drei Teams Rot, Blau und Gelb spalteten Freundeskreise.

Woher kam das Spiel?

Entwickelt hat es das US-Studio Niantic, das vorher schon mit dem Ortsspiel „Ingress“ geübt hatte – viele Pokéstops basierten auf dessen Standorten.

Zusammen mit The Pokémon Company entstand ein Spiel, das zwei damals unschlagbare Dinge kombinierte: Smartphone-Sucht und Kindheitsnostalgie. Wer in den 90ern mit dem Game Boy aufgewachsen war, konnte nun endlich selbst Trainer sein.

Warum wirklich jeder unterwegs war

Am 13. Juli 2016 startete das Spiel offiziell in Deutschland – viele hatten es da längst über Umwege installiert. Was folgte, war ein Ausnahmezustand:

  • In Parks und an Flussufern großer Städte versammelten sich abends Hunderte Menschen mit Powerbanks.
  • Nachrichtensendungen berichteten über Spieler, die in Teiche fielen oder gegen Laternen liefen.
  • Die Polizei warnte vor Pokémon-Jagd am Steuer.
  • Auf dem Schulhof ging es nach den Sommerferien nur um eine Frage: „Welches Level bist du?“

Der Reiz lag in der Mischung aus Sammeln, Entdecken und Gemeinschaft. Fremde quatschten sich an, weil am selben Ort ein seltenes Pokémon aufgetaucht war. Plötzlich war Spazierengehen cool.

Der Höhepunkt – und der Absturz

Der Sommer 2016 war der absolute Peak. Spätestens als Server ständig zusammenbrachen und der Herbst kam, kühlte die Begeisterung ab.

Viele Gelegenheitsspieler löschten die App, als die Tage kürzer wurden und die Akkus nicht mehr mitmachten. Im selben Herbst erstarrten dann alle für die Mannequin Challenge – vom Rennen zum Stillstehen in drei Monaten.

Weißt du noch? Dieses Gefühl, wenn alle gleichzeitig losrannten, weil jemand „Da ist ein Relaxo!“ gerufen hatte?

Und heute?

Totgesagt, aber quicklebendig: Pokémon Go wird bis heute gespielt. Niantic baute Raids, Tauschfunktionen, Events und gemeinsame Kämpfe ein, und eine treue Community trifft sich weiterhin zu Community Days. 2025 ging das Spiel an den Publisher Scopely über.

Die Massenaufläufe von 2016 sind Geschichte. Aber wenn du heute Erwachsene im Kreis um eine Kirche stehen siehst, die auf ihre Handys tippen – jetzt weißt du, was los ist.

Häufige Fragen zu Pokémon Go

Wann kam Pokémon Go in Deutschland raus?

Pokémon Go erschien am 6. Juli 2016 zuerst in den USA, Australien und Neuseeland. In Deutschland war das Spiel ab dem 13. Juli 2016 offiziell verfügbar.

Wird Pokémon Go noch gespielt?

Ja. Der riesige Hype von 2016 ist vorbei, aber das Spiel hat bis heute eine treue Community, die vor allem bei Events und Raids gemeinsam unterwegs ist.

Wer steckt hinter Pokémon Go?

Entwickelt wurde das Spiel vom US-Studio Niantic gemeinsam mit The Pokémon Company. 2025 ging das Spielegeschäft von Niantic samt Pokémon Go an den Publisher Scopely.

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