Spruch aus den 2010er

Gönn dir

2014–2016
Person entspannt in einer Schaumbadewanne mit Gurkenscheiben auf den Augen und einem riesigen Eisbecher mit Wunderkerzen

Bedeutung

Genieß es, lass es dir gut gehen – oft auch ironisch: „Na dann viel Spaß damit.“

  • „Ich hab mir die dritte Portion Nudeln genommen.“ – „Gönn dir.“ – „Und den Nachtisch von Papa.“ – „Gönn dir nicht.“
  • „Ich muss am Wochenende 400 Seiten für Deutsch lesen.“ – „Oha. Gönn dir.“
  • „Mama, darf ich mir die neuen Sneaker kaufen?“ – „Gönn dir!“ – „Echt?“ – „Von deinem Taschengeld. Bis 2031.“

Gönn dir ist die schönste Erlaubnis der Welt – zwei Wörter, die sagen: Du hast es verdient. Oder: Viel Spaß, du Armer.

Was „Gönn dir“ bedeutet

Im Kern ist „Gönn dir“ eine Kurzform von „Gönn dir das“ oder „Gönn dir was Gutes“. Es gibt den Spruch in zwei Geschmacksrichtungen:

  • Ehrlich gemeint: Genieß es, du hast es dir verdient!
  • Ironisch gemeint: Na dann viel Spaß damit …

Wer einem Freund mit einem Stück Torte ein „Gönn dir“ zuruft, freut sich mit. Wer es jemandem mit 400 Seiten Pflichtlektüre sagt, grinst dabei. Das Wort ist dasselbe – der Tonfall macht den Unterschied.

Fast Jugendwort des Jahres

2014 war „Gönn dir!“ auf der Langenscheidt-Liste ganz vorn dabei und holte Platz zwei. Geschlagen wurde es nur von „Läuft bei dir“.

Damit stand das Jahr ganz im Zeichen der Du-Sprüche: „Läuft bei dir“, „Gönn dir“ – zwei kurze Sätze, die eigentlich Lob verteilen, aber auch wunderbar sarkastisch klingen können.

Langfristig hat „Gönn dir“ seinen Sieger sogar überholt: Während „Läuft bei dir“ heute eher nach 2014 klingt, sagt „Gönn dir“ fast jeder noch ganz selbstverständlich.

Wo man es überall hört

„Gönn dir“ ist längst aus dem Schulhof ausgewandert:

  • Instagram-Captions unter Burger-Fotos
  • Werbung für Schokolade, Wellness und Lieferdienste
  • Kolleginnen, die sich beim Kuchen im Büro eine Ecke extra nehmen
  • Eltern, die es leider auch ihren Kindern sagen

Kein Wunder: Das Wort passt perfekt in eine Zeit, in der Selfcare und „Treat yourself“ Lebensmottos sind. „Gönn dir“ ist die deutsche Version davon, nur mit mehr Augenzwinkern.

Die Kunst des ironischen „Gönn dir“

Die Profi-Version ist die ironische. Ein paar Klassiker:

  • Jemand erzählt von Steuererklärung am Sonntag → „Gönn dir.“
  • Jemand bestellt Ananas auf Pizza → „Gönn dir … ich schau weg.“
  • Jemand hat Nachsitzen → „Gönn dir!“

Wichtig: trocken bleiben. Wer beim ironischen „Gönn dir“ lacht, verrät sich.

Lebt „Gönn dir“ noch?

Ja, und wie. „Gönn dir“ gehört zu den Jugendsprüchen, die den Sprung in die Alltagssprache geschafft haben – ähnlich wie chillen.

Bei den ganz Jungen ist es zwar nicht mehr das Coolste, aber jeder versteht es, jeder benutzt es. Und das ist doch das größte Kompliment für einen Spruch. Also: Lies noch einen Artikel. Gönn dir.

Sein entspannter Verwandter im Wortschatz: „chillen“.

Häufige Fragen zu Gönn dir

Was bedeutet „Gönn dir“?

„Gönn dir“ heißt so viel wie „Genieß es“ oder „Lass es dir gut gehen“. Oft wird es aber ironisch benutzt – dann bedeutet es eher „Na dann viel Spaß damit“.

War „Gönn dir“ Jugendwort des Jahres?

Fast. 2014 landete „Gönn dir!“ beim Jugendwort des Jahres auf Platz zwei – hinter „Läuft bei dir“.

Woher kommt „Gönn dir“?

Es ist eine verkürzte Form von „Gönn dir das“ oder „Gönn dir was“. Groß wurde der Spruch in der Jugendsprache der 2010er, verbreitet vor allem über Schulhof und soziale Medien.

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