Spruch aus den 2010er

Ehrenmann / Ehrenfrau

2018
Jugendlicher schenkt einem Freund das letzte Stück Pizza, der sich dankbar ans Herz fasst

Bedeutung

Jemand, der etwas Besonderes, Anständiges oder Selbstloses für andere tut.

  • „Ich hab dir noch ’nen Döner mitgebracht.“ – „Ehrenmann!“
  • „Sie hat für die ganze Gruppe die Präsentation fertig gemacht. Absolute Ehrenfrau.“
  • „Der Busfahrer hat extra auf mich gewartet – Ehrenmann.“

Was ist ein Ehrenmann?

Ein Ehrenmann ist jemand, der dir den Tag rettet – und das Wort ist ein dickes Lob.

Er leiht dir sein Ladekabel, wartet auf dich, obwohl der Bus gleich kommt, oder bringt ungefragt Snacks mit. Kurz: Ehrenmänner und Ehrenfrauen sind die Menschen, die man gern im Freundeskreis hat.

Meistens wird es als Ausruf benutzt: „Ehrenmann!“ – gern mit ausgestrecktem Zeigefinger oder einer angedeuteten Verbeugung.

Dazu gehören noch zwei Verwandte:

  • „ehrenlos“ – das Gegenteil, für alle, die etwas Mieses abziehen
  • „Ehre“ pur – für Übertreiber, als Dank, Respektbekundung oder Abschiedsgruß

Herkunft: alte Ehre, neuer Klang

„Ehrenmann“ ist eigentlich ein ziemlich altes deutsches Wort. Früher bezeichnete es einen ehrbaren, anständigen Herrn – eher der Typ Zylinder und Taschenuhr.

Die Jugendsprache hat es sich ab den 2010ern zurückgeholt, und zwar über den Umweg Straßen- und Rapsprache. Dort ist „Ehre“ ein zentraler Wert: Loyalität, Respekt, zu seinem Wort stehen. Aus diesem Umfeld wanderte das Lob in Schulhöfe, Chats und YouTube-Kommentare.

2018 wählte Langenscheidt dann „Ehrenmann/Ehrenfrau“ zum Jugendwort des Jahres – bewusst in beiden Formen:

  • Platz 2: „glucose-haltig“ (zuckersüß)
  • Platz 3: „verbuggt“ (voller Fehler, wie ein kaputtes Game)

Wer sagt das – und wann?

Ursprünglich vor allem Jugendliche und junge Erwachsene, inzwischen quer durch fast alle Altersgruppen. Typische Momente:

  • Jemand gibt eine Runde aus
  • Die Mitschülerin teilt ihre Hausaufgaben
  • Ein Fremder hält dir die Tür auf, obwohl du noch zehn Meter weg bist
  • Dein Kumpel hilft dir beim Umzug in den vierten Stock ohne Aufzug

Wichtig: Man sagt es mit echter Anerkennung, manchmal leicht übertrieben-feierlich. Ironisch geht auch, etwa wenn jemand eine winzige Gefälligkeit erledigt: „Du hast das Fenster aufgemacht? Ehrenmann.“

Wenn Eltern das sagen …

… ist es tatsächlich halb so schlimm wie bei vielen anderen Wörtern. „Ehrenmann“ klingt eh nach Opa-Vokabular, deshalb nimmt man es Erwachsenen eher ab.

Cringe wird es erst, wenn Papa jedes Mal „Ehre, Bruder!“ ruft, sobald jemand den Müll rausbringt, und dabei die Faust zum Abklatschen hinhält.

Ist „Ehrenmann“ noch aktuell?

Ja, erstaunlich gut sogar. Während viele Jugendwörter nach einem Jahr wieder verschwinden, hat sich „Ehrenmann“ im Alltag festgesetzt – man hört es auf dem Schulhof, im Büro und in Kommentarspalten.

Es ist kein heißer Trend mehr, aber ein solider Dauerbrenner – eben ein echter Ehrenmann unter den Jugendwörtern.

Häufige Fragen zu Ehrenmann / Ehrenfrau

Was bedeutet „Ehrenmann“?

Ein Ehrenmann oder eine Ehrenfrau ist jemand, der etwas Gutes, Großzügiges oder Anständiges tut – oft ganz ohne Gegenleistung. Das Wort ist ein Lob.

Wann war „Ehrenmann“ Jugendwort des Jahres?

„Ehrenmann/Ehrenfrau“ wurde 2018 Jugendwort des Jahres bei Langenscheidt. Dahinter landeten „glucose-haltig“ und „verbuggt“.

Woher kommt das Wort „Ehrenmann“?

Das Wort „Ehrenmann“ gibt es schon lange im Deutschen. Seine jugendsprachliche Bedeutung stammt aus der Straßen- und Rapsprache, in der „Ehre“ und Loyalität eine große Rolle spielen.

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