Spruch aus den 2010er

Babo

2013
Kind mit Papierkrone sitzt auf einem Thron aus Sofakissen, Geschwister verneigen sich spaßeshalber

Bedeutung

Boss, Chef, Anführer – jemand, der das Sagen hat.

  • „Wer hat das Turnier gewonnen?“ – „Na ich. Wer ist der Babo?“
  • „Der Typ hat die ganze Party organisiert, echter Babo.“
  • „Mama ist hier der Babo, ganz klar.“

Wer ist der Babo?

Der Babo ist der Chef – und 2013 war das Wort so allgegenwärtig, dass Langenscheidt es zum Jugendwort des Jahres kürte.

Der Boss. Derjenige, der weiß, wo es langgeht. Wer „der Babo“ ist, hat das Sagen – auf der Straße, in der Clique oder beim FIFA-Turnier im Jugendzimmer.

Typisch ist die Frage-Form: „Wer ist hier der Babo?“ Die Antwort lautet natürlich immer: Ich.

Herkunft: vom Rap-Track auf den Schulhof

Seinen Durchbruch verdankt das Wort dem Deutschrap. Ein Rapper aus Offenbach veröffentlichte um 2012/2013 den Song „Chabos wissen, wer der Babo ist“ – und die Hook brannte sich in die Köpfe einer ganzen Generation.

Bald zitierten Jugendliche den Titel in jeder Lebenslage – oft ohne genau zu wissen, was „Chabo“ eigentlich heißt. Kleine Vokabelhilfe:

  • Babo = Boss, Anführer
  • Chabo = Junge, Kumpel (wird meist auf das Romani zurückgeführt)

Sprachlich geht „Babo“ nach gängiger Erklärung auf „Baba“ zurück, was in mehreren Sprachen „Vater“ oder „Papa“ bedeutet. Welche Sprache genau die Quelle ist, wird unterschiedlich angegeben: Häufig wird das Zazaische genannt, eine Sprache aus Ostanatolien, teils auch das Türkische.

Einig sind sich alle beim Bild dahinter: Der Babo ist so etwas wie das Familienoberhaupt, der „Vater“ der Gruppe.

Das ist übrigens typisch für deutsche Jugendsprache: Viele Wörter kommen aus den Sprachen der Schulhöfe und werden über Rap noch weiter verbreitet. „Babo“ ist dafür eines der bekanntesten Beispiele.

Wer sagte das – und wie klingt es heute?

2013 und 2014 sagten es Teenager in ganz Deutschland, oft halb ernst, halb im Spaß. Weil es Jugendwort des Jahres wurde, griffen schnell auch Werbung, Zeitungen und Politiker-Social-Media-Teams das Wort auf.

Und wie so oft war das der Anfang vom Ende: Kaum benutzten Erwachsene „Babo“, war es für Jugendliche durch.

So benutzt du es heute

  • Ironisch: „Wer hat als Einziger an den Schlüssel gedacht? Genau, der Babo.“
  • Liebevoll: Für Menschen, die echt den Laden schmeißen – „Oma ist der Babo der Familie.“
  • Als Throwback: Unter Leuten, die 2013 dabei waren, sorgt es garantiert für Grinsen.

Cringe-Gefahr: Wenn du dich ernsthaft selbst als „Babo“ bezeichnest und dabei nicht lachst. Oder wenn deine Chefin im Meeting sagt: „Ich bin hier der Babo.“

Ist „Babo“ noch lebendig?

Eher nicht mehr im Alltag. Im Deutschrap taucht das Wort weiter auf, und alle, die damals zur Schule gingen, verstehen es sofort.

Für die heutige Schülergeneration klingt es aber schon ein bisschen nach Geschichtsunterricht. Ein echter Babo nimmt das gelassen – Legenden müssen nicht mehr jeden Tag gesagt werden.

Häufige Fragen zu Babo

Was bedeutet „Babo“?

„Babo“ bedeutet Boss, Chef oder Anführer. Der Babo ist derjenige, der das Sagen hat.

Ist „Babo“ Jugendwort des Jahres?

Ja, „Babo“ wurde 2013 von Langenscheidt zum Jugendwort des Jahres gewählt.

Woher kommt das Wort „Babo“?

Bekannt wurde es durch den Song „Chabos wissen, wer der Babo ist“ eines Offenbacher Rappers. Sprachlich wird es meist auf „Baba“ (Vater) zurückgeführt – je nach Quelle aus dem Zazaischen oder Türkischen.

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