Es glitschte, knisterte und klebte überall: 2017 wurde Slime zum Hype, und jedes Kinderzimmer verwandelte sich in ein Chemielabor mit Glitzer.
Was ist Slime?
Slime ist Schleim zum Kneten – zähflüssig, dehnbar und irgendwie befriedigend. Man zieht ihn lang, klatscht ihn zusammen, drückt Luftblasen raus, bis es ploppt.
Neu war die Idee nicht: Glibber-Schleim in Dosen gab es schon in den 70ern, und in den 90ern kannte jedes Kind die Schleim-Eier aus dem Spielzeugladen. Neu war 2017, dass alle ihn selbst machten.
Das Rezept, das alle kannten
Für den Grundschleim brauchte man nicht viel:
- Bastelkleber – literweise, zum Leidwesen der Bastelläden.
- Ein Aktivator wie Kontaktlinsenlösung oder Borax-Lösung.
- Farbe und Glitzer nach Geschmack.
Und dann ging es los mit den Varianten: Fluffy Slime mit Rasierschaum, Crunchy Slime mit Styroporkügelchen, Butter Slime, Glow-in-the-dark-Slime. In den USA wurde Bastelkleber zeitweise sogar knapp, weil ganze Klassen gleichzeitig mischten.
Geboren auf YouTube und Instagram
Groß wurde der Trend ab 2016 in den sozialen Medien. Videos von Händen, die in Zeitlupe Schleim kneten, sammelten Millionen Aufrufe. Viele schauten nicht zum Nachmachen zu, sondern einfach zur Entspannung.
Das passte perfekt in eine Zeit, in der auch Fidget Spinner und andere Beschäftigungs-Spielzeuge boomten. Slime war das Gleiche in matschig.
Slime war billig, kreativ und sofort fotogen. Jeder konnte seine eigene Farbe, seinen eigenen Duft und seinen eigenen Glitzer-Mix erfinden.
Dazu kam der Wettbewerb: Wer hat den fluffigsten Slime? Auf dem Schulhof wurden Dosen getauscht und verkauft, manche Kinder betrieben kleine Slime-Shops. Unternehmertum, das an den Fingern klebt.
Die Eltern waren weniger begeistert. Slime auf dem Sofa, Slime im Teppich, Slime in den Haaren – und keiner war's gewesen.
Der Ärger mit dem Bor
Ein Haken war die Chemie. Viele Slimes enthalten Bor, das für die dehnbare Konsistenz sorgt. Zu viel davon kann gesundheitsschädlich sein, deshalb setzt die EU für Spielzeug einen Grenzwert.
2018 warnte Stiftung Warentest, dass mehrere getestete Fertig-Slimes zu viel Bor abgaben, auch Öko-Test fand belastete Produkte. Plötzlich war der Spaß-Schleim ein Fall für die Verbraucherschützer.
Was ist daraus geworden?
Nach 2018 ebbte der Hype ab. Die Kleberflaschen verschwanden aus den Kinderzimmern, die Glitzerreste aus den Teppichen (fast).
Ganz weg ist Slime aber nie: Fertig-Slime gibt es weiter im Spielzeugladen, und Knet-Videos laufen bis heute. Als Massenbewegung gehört er allerdings zu den Trends, die man heute mit einem Lächeln erzählt – irgendwo zwischen Loom Bands und Bottle Flip.
Häufige Fragen zu Slime
Wie macht man Slime?
Die Grundzutaten sind Bastelkleber und ein sogenannter Aktivator, meist Kontaktlinsenlösung oder eine Borax-Lösung. Für Fluffy Slime kommt Rasierschaum dazu, für den Look Farbe und Glitzer.
Ist Slime gefährlich?
Problematisch kann der Stoff Bor sein, der Schleim seine dehnbare Konsistenz gibt. Die EU begrenzt ihn in Spielzeug. Tests von Stiftung Warentest und Öko-Test fanden 2018 und danach mehrfach Produkte, die den Grenzwert überschritten.
Wann war der Slime-Hype?
Selbst gemachter Slime wurde ab 2016 auf YouTube und Instagram populär. In Deutschland lag der Höhepunkt 2017 und 2018.
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