Bedeutung
Peinlicher Fehlschlag, grandioses Scheitern. „Epic Fail“ ist die Steigerung.
- „Papa wollte die Hecke schneiden.“ – „Und?“ – „Jetzt haben wir keinen Zaun mehr. Epic Fail.“
- „Ich hab ‚Hab dich lieb, Mama‘ in den Klassenchat statt an Mama geschickt.“ – „Fail.“ – „Sie hat geantwortet. Mit Kussmund.“ – „Epic Fail.“
- „Der Mathelehrer hat beim Taschenrechner-Verbot selbst falsch gerechnet.“ – „Lehrer-Fail. Das schönste Genre.“
Etwas geht so spektakulär schief, dass man nur noch lachen kann? Das ist ein Fail – und wenn's richtig knallt, ein Epic Fail.
Was bedeutet „Fail“?
„Fail“ ist das englische Wort für „scheitern“, im Netz aber vor allem ein Ausruf. Man sagt es, wenn jemandem etwas so richtig misslingt, am liebsten öffentlich und mit Zeugen.
Die Stufen:
- Fail: kleiner Ausrutscher – Kaffee über die Hose
- Epic Fail: monumentales Scheitern – Kaffee über die Hose, beim Bewerbungsgespräch
- Fail des Tages / des Jahres: für besonders preisverdächtige Leistungen
Das Schöne: Ein Fail ist selten böse gemeint. Es ist eher ein Schulterklopfen mit Lachen.
Woher kommt das Wort?
Groß wurde „fail“ als Ausruf in der englischsprachigen Internetkultur der 2000er, in Foren, Imageboards und Gaming-Chats. Später kam das Wort auf Bilder geklebt: in fetten Großbuchstaben, unter Fotos von schiefgegangenen Aktionen.
Zur Herkunft gibt es eine beliebte Theorie: Ein japanisches Arcade-Spiel aus den 90ern soll beim Game Over den schief übersetzten Satz „You fail it!“ gezeigt haben. Belegt ist das nicht – aber die Geschichte passt so gut, dass sie seitdem jeder erzählt.
Ab etwa 2008 explodierte das Ganze: Fail-Blogs, YouTube-Fail-Compilations und Memes, auf denen jemand mit dem Fahrrad in den See fährt. Das Internet hatte ein neues Lieblingsgenre.
Fail beim Jugendwort des Jahres
Auch in Deutschland war „Fail“ überall – in SchülerVZ-Gruppen, auf Facebook und auf dem Schulhof. 2011 belegte „Fail / Epic Fail“ Platz zwei bei der Wahl zum Jugendwort des Jahres. Gewonnen hat damals Swag.
Ein Jahr später kam YOLO – und damit eigentlich die perfekte Vorlage für noch mehr Fails. Du lebst nur einmal, also fahr ruhig mit dem Einkaufswagen die Treppe runter.
Der Fail-Klassiker-Katalog
Echte Fails erkennt man sofort:
- Tür ziehen, auf der fett „Drücken“ steht
- Zurückwinken, obwohl die Person jemand anderen gemeint hat
- im Videocall vergessen, dass die Kamera an ist
- „Halt mal mein Getränk“ – kurz bevor alles im Krankenhaus endet
Auch verwandt: „Ich habe fertig“ – der Satz für alle, die nach einem Fail einfach nicht mehr können.
Lebt „Fail“ noch?
Ja – nur etwas ruhiger. Als Trendwort ist „Epic Fail“ ein Kind der frühen 2010er, so wie Niveaulimbo oder Swag. Heute klingt es leicht nach Facebook-Ära.
Ganz weg ist es aber nie: Wer einen Fail sieht, sagt immer noch „Fail“. Manche Wörter brauchen einfach kein Update.
Häufige Fragen zu Fail
Was bedeutet „Fail“?
„Fail“ steht für einen peinlichen Fehlschlag oder ein grandioses Scheitern. „Epic Fail“ ist die Steigerung – ein Fehler so groß, dass er schon wieder legendär ist.
Woher kommt „Epic Fail“?
Aus der englischsprachigen Internetkultur der 2000er. Als möglicher Ursprung gilt oft ein holpriger Satz aus einem japanischen Videospiel („You fail it!“), belegt ist das nicht. Große Verbreitung brachten Fail-Blogs und Fail-Compilations ab etwa 2008.
War „Fail“ Jugendwort des Jahres?
Fast: Bei der Langenscheidt-Wahl 2011 landete „Fail / Epic Fail“ auf Platz zwei – hinter „Swag“.
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