Spruch aus den 2010er

Swag

2011–2012
Jugendlicher mit Sonnenbrille, schief sitzender Kappe und dicker Kette posiert selbstbewusst auf einem Podest

Bedeutung

Lässig-coole, selbstbewusste Ausstrahlung – Stil mit einer Portion Angeberei.

  • „Wie sehe ich aus?“ – „Snapback, Sonnenbrille, Goldkette … beim Elternsprechtag?“ – „Swag kennt keine Anlässe.“
  • „Papa, du hast echt Swag.“ – „Danke!“ – „Das war nicht als Kompliment gemeint.“
  • „Warum trägst du drinnen eine Sonnenbrille?“ – „Swag.“ – „Und warum bist du gerade gegen die Tür gelaufen?“ – „Auch Swag.“

Swag heißt: Du betrittst den Raum, und der Raum weiß Bescheid. Jugendwort 2011 – mit Kappe und Goldkette.

Was „Swag“ bedeutet

„Swag“ ist eine Ausstrahlung, kein Gegenstand. Wer Swag hat, ist:

  • lässig, ohne sich anzustrengen,
  • selbstbewusst bis an die Grenze zur Angeberei,
  • stilsicher – zumindest nach eigener Einschätzung.

Man „hat“ Swag, man ist „swaggy“, und manche haben angeblich „zu viel Swag“. Wer gar keinen hat, sollte das Wort besser nicht selbst benutzen.

Herkunft: aus dem US-Rap

Das Wort kommt vom englischen „swagger“: stolzieren, prahlen, großspurig auftreten. Im US-Hip-Hop wurde daraus „Swag“ – die Aura eines Rappers, der weiß, dass er gut ist.

Richtig laut wurde es mit dem Song „Turn My Swag On“ (2008). Im deutschsprachigen Raum sorgte unter anderem eine deutsche Coverversion aus Wien für Furore, die zwischen Kult und Fremdscham pendelte.

Gern verbreitet wird auch, „Swag“ sei eine Abkürzung für „Stuff We All Get“ (Werbegeschenke) oder Ähnliches. Das ist eher eine nachträgliche Spielerei – die Herkunft aus „swagger“ ist deutlich plausibler.

Jugendwort des Jahres 2011

2011 wählte die Langenscheidt-Jury „Swag“ zum Jugendwort des Jahres. Die Begründung: eine beneidenswerte, lässig-coole Ausstrahlung.

Die Konkurrenz war stark:

  • Platz 2: „Fail“ / „Epic Fail“ – grandioses Scheitern
  • Platz 3: „guttenbergen“ – abschreiben

Ein Jahr später folgte mit YOLO das nächste englische Siegerwort. Die Ära der Snapbacks, Trucker-Caps und Hashtags war offiziell eröffnet.

Der Swag-Look

Wer 2011/2012 Swag haben wollte, brauchte die Grundausstattung:

  • Snapback, möglichst gerade Krempe
  • Sonnenbrille, auch drinnen
  • Hoodie oder Tanktop, dazu bunte Sneaker
  • Fotos mit Duckface und Peace-Zeichen

Auf Facebook wimmelte es von #swag-Hashtags unter Spiegelselfies. Heute sind genau diese Fotos ein Fall für die Löschtaste. Wer sie trotzdem noch online hat: Herzlichen Glückwunsch, du bist jetzt offiziell Retro.

Was ist daraus geworden?

„Swag“ ist schneller gealtert als die meisten Jugendwörter. Schon kurz nach der Wahl galt es vielen als uncool, weil es plötzlich jeder sagte – inklusive Eltern und Werbung. Spätestens als Lehrkräfte im Unterricht von „Swag-Punkten“ sprachen, war das Wort offiziell verbrannt.

Heute lebt es in der Nische: ironisch, nostalgisch oder im Englischen, wo „swag“ auch Merch und Gratis-Goodies meint. Die Idee dahinter hat einen Nachfolger gefunden: Aura. Gleicher Swag, neues Wort.

Häufige Fragen zu Swag

Was bedeutet „Swag“?

„Swag“ beschreibt eine lässig-coole, selbstbewusste Ausstrahlung. Wer Swag hat, wirkt entspannt, stilvoll und ein bisschen großspurig.

Wann war „Swag“ Jugendwort des Jahres?

2011. Die Langenscheidt-Jury beschrieb es als beneidenswerte, lässig-coole Ausstrahlung. Platz zwei ging an „Fail/Epic Fail“, Platz drei an „guttenbergen“ für Abschreiben.

Woher kommt „Swag“?

Vom englischen „swagger“ (stolzieren, prahlen). Groß wurde das Wort im US-Hip-Hop, etwa durch den Song „Turn My Swag On“ (2008). Andere Erklärungen wie „Stuff We All Get“ gelten als nachträglich erfundene Deutungen.

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