Tief sitzende Jeans, kurzes Top – und da war es: das Arschgeweih. Für die einen sexy, für andere der fieseste Spitzname der deutschen Sprache.
Was genau war das?
Gemeint ist ein Tattoo am unteren Rücken, direkt über dem Hosenbund. Das klassische Motiv: ein schwarzes Tribal – symmetrisch, geschwungen, zu beiden Seiten spitz auslaufend.
Später kamen Varianten dazu:
- Schmetterlinge und Sterne
- Blumenranken und Delfine
- Schriftzüge
Der Name blieb für alle gleich. Im Englischen sagt man übrigens „Tramp Stamp“ – auch nicht viel netter.
Wie es in Mode kam
Ende der 90er wurden Tattoos zum Mainstream. Was früher Seefahrern, Rockern und Punks vorbehalten war, landete jetzt beim Tätowierer um die Ecke.
Gleichzeitig war Mode angesagt, die viel Haut zeigte: Hüftjeans, bauchfreie Tops, String-Tangas, die aus der Hose blitzten. Der untere Rücken war plötzlich die Bühne schlechthin – ein Tattoo dort ließ sich zeigen oder verstecken, je nach Outfit.
Warum es jede Zweite hatte
Das Arschgeweih war das perfekte Einsteiger-Tattoo:
- Es saß auf dem Rücken, also nicht dauernd vor Augen.
- Es betonte die Figur.
- Und vor allem: Alle hatten es, also konnte es so falsch ja nicht sein.
Popstars und Promis trugen es, Musikvideos zeigten es, und in den Clubs der 2000er sah man es an jeder Ecke.
Weißt du noch?
- Die Hüftjeans saß so tief, dass das Tattoo eigentlich immer zu sehen war.
- Der Tätowierer hatte einen ganzen Ordner mit Tribal-Vorlagen.
- Im Freibad konnte man die Arschgeweihe der Saison durchzählen.
Vom Trend zum Running Gag
Irgendwann kippte die Stimmung. Je mehr Leute es trugen, desto mehr wurde es zum Klischee. Der Spitzname machte die Runde, Comedians rissen Witze, und das Tattoo bekam ein Image-Problem, das es bis heute nicht ganz loswird.
Mitte bis Ende der 2000er waren dann auch die Hüftjeans Geschichte – und das Tattoo verschwand unter höher geschnittenen Hosen.
Was davon übrig ist
Die Tattoos sind natürlich noch da, auf vielen Rücken der heute Mitte 30- bis Mitte 40-Jährigen. Manche haben sie weglasern oder überstechen lassen, andere stehen dazu.
Inzwischen wird das Arschgeweih in sozialen Netzwerken sogar ironisch wiederentdeckt, gerne zusammen mit der ganzen Y2K-Mode. Ob es ein echtes Comeback wird? Vor dem Termin beim Tätowierer vielleicht noch mal kurz drüber schlafen.
Häufige Fragen zu Arschgeweih
Wann war das Arschgeweih in Mode?
Das Tattoo am unteren Rücken war vor allem Ende der 1990er und in der ersten Hälfte der 2000er Jahre angesagt, passend zu Hüftjeans und bauchfreien Tops.
Warum heißt es Arschgeweih?
Das typische Motiv war ein symmetrisches Tribal mit geschwungenen Spitzen, das an ein Hirschgeweih erinnert. Weil es knapp über dem Po saß, war der Spitzname schnell gefunden.
Kann man ein Arschgeweih entfernen lassen?
Ja, Tattoos lassen sich per Laser entfernen. Viele lassen ihr altes Motiv aber auch einfach mit einem neuen Tattoo überstechen (Cover-up).
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