Trend aus den 2000er

Emo

2007–2009
Jugendlicher mit schwarzem Pony über einem Auge, Nietengürtel und Röhrenjeans sitzt mit Kopfhörern neben einem CD-Player

Pony ins Gesicht, Nietengürtel um, Gefühle raus: Emo war Ende der 2000er die Jugendkultur, über die jeder redete – meistens schlecht.

Was war Emo?

Emo war Musik, Mode und Lebensgefühl in einem. Wer dazugehörte, zeigte seine Gefühle offen – Traurigkeit, Liebeskummer, Weltschmerz. Und zwar sehr offen.

Den Look erkannte man aus hundert Metern Entfernung:

  • Schwarz gefärbte Haare mit langem, schrägem Pony über einem Auge
  • Röhrenjeans, gern in Schwarz oder knalligen Farben
  • Nietengürtel, Schweißbänder und Karomuster in Pink-Schwarz
  • Eyeliner – auch und gerade bei den Jungs
  • Chucks oder Skaterschuhe, möglichst abgewetzt

Dazu ein Profilbild im Spiegel, von schräg oben fotografiert. Das gehörte quasi zum Pflichtprogramm.

Woher kommt Emo?

Der Name ist die Kurzform von „Emotional Hardcore“. Entstanden ist der Stil Mitte der 1980er in Washington D.C.: Punkbands spielten zwar hart und laut, sangen aber plötzlich über persönliche Gefühle statt Politik.

In den 1990ern wurde daraus eine Indie-Nische, in den 2000ern dann Mainstream. Bands mit Gitarrenwänden und gequältem Gesang landeten in den Charts, und das Musikfernsehen spielte die Videos rauf und runter.

Der Emo-Hype in Deutschland

Bei uns erreichte Emo um 2007 und 2008 seinen Höhepunkt. Gefühlt hatte jede Schule ihre Emo-Clique, die in der Pause in einer Ecke saß und Songtexte zitierte.

Organisiert wurde das Ganze im Netz: MySpace-Profile mit Hintergrundmusik, SchülerVZ-Gruppen und Foren voller Gedichte. Wer damals aktiv war, hat garantiert noch peinliche Fotos irgendwo auf einer alten Festplatte.

Zeitgleich wirbelten die Kids mit Tecktonik über die Tanzfläche – zwei Szenen mit derselben Liebe zu Röhrenjeans, aber sehr unterschiedlicher Laune.

Geliebt und gehasst

Kaum eine Jugendkultur bekam so viel Spott ab wie die Emos. Es kursierten unzählige Emo-Witze, und „Bist du Emo, oder was?“ war auf dem Schulhof eine Standardbeleidigung für jeden, der mal schlecht drauf war.

Auch Medien und Eltern sorgten sich: Sind Emos gefährlich depressiv? Fachleute für Jugendkultur sahen das deutlich entspannter. Für die meisten war Emo schlicht eine Phase mit Stil – laut, dramatisch und harmlos.

Was ist aus den Emos geworden?

Um 2010 verschwand der Look nach und nach. Die Ponys wurden kürzer, die Jeans weiter, und viele Ex-Emos würden ihre alten Fotos heute als maximal cringe bezeichnen.

Ganz weg ist Emo aber nie. Seit einigen Jahren feiern die damaligen Teenager ihre eigene Nostalgie: mit Emo-Revival-Partys, Festivals voller 2000er-Bands und TikToks, in denen sie den Pony ein letztes Mal ins Gesicht kämmen. Es war eben doch nicht nur eine Phase.

Häufige Fragen zu Emo

Was ist ein Emo?

Emo ist eine Jugendkultur, die Ende der 2000er ihren Höhepunkt hatte. Typisch waren schwarz gefärbte Haare mit langem Pony über einem Auge, Röhrenjeans, Nietengürtel, Eyeliner und Musik mit sehr gefühlvollen Texten.

Woher kommt der Begriff Emo?

Emo ist die Kurzform von „Emotional Hardcore“. Der Begriff entstand Mitte der 1980er in der Hardcore-Punk-Szene von Washington D.C., wo Bands begannen, persönliche und emotionale Texte zu singen.

Gibt es heute noch Emos?

Ja, aber deutlich weniger. Seit einigen Jahren feiern viele Ex-Emos die Ära nostalgisch, mit Revival-Partys und Festivals, die gezielt die Bands der 2000er auf die Bühne holen.

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