Kick vor, Kick zurück, Sprung: Jumpstyle ließ 2007 Jugendliche in ganz Europa im Takt hüpfen – auf Schulhöfen, Partys und in Kinderzimmern.
Was war Jumpstyle?
Jumpstyle war Tanz und Musik zugleich. Die Musik: harte elektronische Beats, schnell und stampfend. Der Tanz: Kicks und Sprünge genau auf den Bass.
Typische Elemente:
- Kicks nach vorne und hinten, während das andere Bein springt
- Drehungen auf einem Bein
- Synchron-Jumps zu zweit oder in der Gruppe – die Königsdisziplin
Wer das zehn Minuten am Stück durchzog, brauchte keinen Sportunterricht mehr. Und meistens ein neues Paar Schuhe.
Von Belgien nach Europa
Entstanden ist Jumpstyle Ende der 1990er in Belgien, als Ableger von Hardcore und Gabber. Von dort sprang der Stil schnell in die Niederlande über.
Richtig groß wurde er 2007: Ein niederländisches DJ-Duo landete mit Jumpstyle-Songs auf Platz 1 der Charts, und plötzlich sprang das ganze Land.
Das Besondere: Jumpstyle brauchte keine Tanzschule und keinen Club. Ein bisschen Platz, ein Lautsprecher und eine Webcam reichten. Genau deshalb verbreitete er sich so schnell – von Kinderzimmer zu Kinderzimmer, Video für Video.
Der Hype in Deutschland
Nach Deutschland kam Jumpstyle über YouTube und Musikvideos. Eine bekannte deutsche Techno-Band baute den Tanz 2007 und 2008 in ihre Videos ein – Millionen Jugendliche sahen zu und übten nach.
Das Ergebnis:
- Selbstgedrehte Jump-Videos aus Kinderzimmern und Garagen
- Schulhof-Battles, wer am längsten durchhält
- Trainingshosen und weiße Turnschuhe als Uniform
- Genervte Nachbarn unter jedem Kinderzimmer
Etwa zur gleichen Zeit zuckten die Franzosen mit Tecktonik, und in anderen Ecken des Schulhofs saßen die Emos. 2007 war ein vielfältiges Jahr.
Warum war es so schnell vorbei?
Jumpstyle hatte ein Problem: Er war anstrengend. Wer nicht sehr fit war, war nach drei Minuten durch. Und außerhalb der Szene hielten viele den Tanz für eher lustig als cool.
Dazu kam die Konkurrenz. Um 2011 übernahm der Shuffle Dance die Tanzflächen – fließender, entspannter, mit mehr Glamour. Jumpstyle verschwand fast so schnell, wie er gekommen war.
Was bleibt?
Heute ist Jumpstyle eine winzige Szene – und eine riesige Nostalgie-Quelle. Alte Videos aus 2007 werden immer wieder ausgegraben, kommentiert mit „Mein Bruder hat das jeden Tag im Flur gemacht“.
Und wer damals mitgejumpt hat, spürt bei einem harten Bass bis heute ein leichtes Zucken im rechten Bein. Ganz normal. Geht vorbei.
Häufige Fragen zu Jumpstyle
Was ist Jumpstyle?
Jumpstyle ist ein Tanz und zugleich eine Musikrichtung aus der harten elektronischen Musik. Getanzt wird mit schnellen Kicks und Sprüngen im Takt, gern auch zu zweit oder in Gruppen synchron.
Woher kommt Jumpstyle?
Jumpstyle entstand Ende der 1990er in Belgien und verbreitete sich in die Niederlande. Der große Hype in Europa folgte 2007 und 2008.
Gibt es Jumpstyle noch?
Nur noch in einer kleinen Szene. Der Massenhype ist seit Anfang der 2010er vorbei, heute sieht man Jumpstyle vor allem in Nostalgie-Videos.
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