Ein Stapel, ein Schlag, ein Jubelschrei: Pogs waren Mitte der 90er das Glücksspiel des Schulhofs – ganz ohne Geld, aber mit viel Drama.
Was waren Pogs?
Pogs sind runde Pappscheiben, etwa so groß wie ein Bierdeckel für Zwerge. Vorne bunte Motive, hinten meist nichts. Das Spiel war simpel und gnadenlos:
- Alle legen ihre Pogs verdeckt auf einen Stapel.
- Reihum knallt jemand einen schweren Slammer aus Plastik oder Metall drauf.
- Was mit dem Bild nach oben landet, gehört dir.
Genau das machte den Reiz aus: Man spielte um echte Pogs. Wer schlecht drauf war, ging mit leeren Taschen nach Hause.
Von Hawaii auf den Schulhof
Der Name kommt aus Hawaii. Dort gab es einen Saft namens POG – kurz für Passion Fruit, Orange, Guava. Mit den Pappdeckeln der Flaschen spielten Kinder schon seit Jahrzehnten.
Anfang der 1990er wurde das alte Deckelspiel dort wiederentdeckt, eine Firma sicherte sich den Namen, und plötzlich gab es Pogs mit Totenköpfen, Yin-Yang-Zeichen und Flammen. Über die USA schwappte der Trend nach Europa und landete etwa 1995 in deutschen Schulranzen.
Sammeln, tauschen, zocken
Pogs waren Spiel und Sammelobjekt zugleich. Es gab sie in Tüten am Kiosk, als Beigabe in Süßigkeiten und in eigenen Sammelröhren. Und natürlich gab es eine Hierarchie:
- Holo-Pogs mit Glitzereffekt – nicht zum Verzocken gedacht.
- Metall-Slammer – schwer, laut und heiß begehrt.
- Doppelte – Tauschware wie bei den Panini-Stickern.
Wer seinen Lieblings-Pog verlor, erlebte den ersten echten Verlust seines Lebens. Dass sich die Kinder untereinander ausnahmen, gefiel vielen Lehrern gar nicht: An etlichen Schulen wurden Pogs wegen des Glücksspiel-Charakters verboten. Was sie natürlich noch cooler machte.
Warum es jeder machte
Pogs waren billig, klein und überall spielbar – ein Stück Boden reichte. Dazu kam der Nervenkitzel: Ein guter Schlag konnte den halben Stapel umdrehen.
Wie beim Jo-Jo oder später beim Tamagotchi galt: Wer keine hatte, stand am Rand. Und weil jeder mitmachen wollte, wuchsen die Sammlungen in Rekordzeit.
Was ist daraus geworden?
So schnell der Hype kam, so schnell war er auch wieder weg. Schon 1996/97 war die Luft raus, viele Pogs landeten in Schuhkartons. Den Platz übernahmen Tazos aus Chipstüten und später die Ü-Ei-Figuren-Jagd im Supermarkt.
Heute sind Pogs ein Fall für Flohmärkte und Online-Auktionen. Wer seinen alten Metall-Slammer noch hat, besitzt ein echtes Stück Schulhof-Geschichte. Und weiß bis heute: Bild nach oben heißt gewonnen.
Häufige Fragen zu Pogs
Wie spielt man Pogs?
Alle Spieler legen Pogs verdeckt auf einen gemeinsamen Stapel. Dann wird reihum mit einem schweren Slammer daraufgeschlagen. Jeder Pog, der mit der Bildseite nach oben landet, gehört dem, der geworfen hat.
Woher kommt der Name Pogs?
Der Name stammt von einem Saft aus Hawaii: POG steht für Passion Fruit, Orange und Guava. Mit den Pappdeckeln dieser Saftflaschen spielten Kinder dort schon lange, bevor daraus ein weltweiter Trend wurde.
Wann waren Pogs angesagt?
Der große Hype lag Mitte der 1990er-Jahre. In Deutschland waren Pogs etwa 1995 und 1996 auf den Schulhöfen unterwegs, danach verschwanden sie schnell wieder.
Zuletzt aktualisiert: